Festlichkeiten zu Ehren des hl. Antonio Abad

Im Januar werden in vielen Gemeinden, die die Tradition der Landwirtschaft und der Viehzucht wahren, Feste und Wallfahrten zu Ehren des hl. Antonio Abad abgehalten, der als Schutzpatron der Viehzüchter und Beschützer der Tiere gilt. Die Dörfer verehren den Heiligen mit farbenfrohen Wallfahrtsumzügen, Folklore-Auftritten und Kostproben der traditionellen Kochkunst, sowie mit Volkstänzen, Viehmärkten und verschiedenen religiösen Handlungen.
Buenavista: Am 26. Januar 2014
Güímar: Am 26. Januar 2014
Los Silos: Am 19. Januar 2014
Arona: Am 19. Januar 2014
Los Realejos: Am 19. Januar 2014

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Erstellt am: 20.01.2014 11:04 Uhr

Predigt zum 2. Sonntag im Jahreskreis 2014 (19.01.)

L II: 1 Kor 1, 1-3 / Ev.: Joh 1, 29-34
Schwestern und Brüder!
Vor kurzem las ich in einer renommierten Zeitschrift einen Artikel, der sich mit dem Gemütszustand unserer Gesellschaft befasste. Als Schlussfolgerung kam dabei unter Strich heraus, was man wohl mit dem einfachen Wort „Gleichgültigkeit“ beschreiben könnte. Dem Autor zur Folge scheinen heutzutage viele Menschen bedrückt und niedergeschlagen zu sein. Sie funktionieren zwar in ihrem Alltag, aber es fehlt ihnen irgendwie die Leidenschaft. Ein direktes „Burn-out“ wird Gott-sei-Dank nicht diagnostiziert, aber von der Lust einfach zu sein, da zu sein und sich am Leben zu freuen, ist eben auch nicht allzu viel zu spüren. Es scheint zwar nichts Wichtiges zu fehlen, aber gleichzeitig ist irgendwie auch alles zu wenig; bei jungen Leuten kommt das dann in Sprüchen zum Ausdruck wie: „bock auf nichts“ und bei Erwachsenen heißt die Antwort auf die Frage: „Wie geht’s?“ – „Na wie schon – ganz gut!“ Aber was heißt denn in diesem Fall „gut“?
Jetzt gibt es aber nicht nur diese offensichtliche Gleichgültigkeit und leidenschaftslose Grundstimmung, nein – es gibt auch eine gehörige Portion Glaubensmüdigkeit. Zwar können wir als Kirche derzeit feststellen, dass uns das Pontifikat von Papst Franziskus einen positiven Schub – und das nicht nur in den Medien – beschert hat und dass die religiöse Grundstimmung in unserer Gesellschaft durchaus immer noch positiv geprägt ist; aber was da teilweise alles geglaubt wird, das ist doch bei vielen recht diffus. Irgendwie werd’ ich das Gefühl nicht los: Der Geschmack am Kirchlichen und am Christlichen ist bei vielen weder Fisch noch Fleisch, ist einmal einerseits – dann aber auch wieder andererseits und im Grunde genommen doch recht substanzlos. Mal ehrlich: Wer von uns rechnet denn wirklich noch damit, dass Gott in sein Leben eingreift? Dabei hat er uns von Anbeginn an zugesagt: Dein Leben hat einen Auftrag, einen Sinn – Du bist wichtig, unverwechselbar und deshalb auch durch niemanden anderen vertretbar! Tut eine solche Botschaft aber nicht unsagbar gut? Sie müsste die Menschen doch aus dem alltäglichen Einerlei, aus der sogenannten Normalität und auch der kirchlich-christlichen Routine herausreißen. So beim Namen gerufen zu werden, unverwechselbar und wirklich persönlich angesprochen zu sein, das muss doch beflügeln und anspornen. Zu wissen: Ich bin kein Zufallsprodukt der Evolution, kein Durchlauferhitzer in der Geschichte der Menschheit sondern einmalig, das müsste doch aus der Lethargie befreien und deutlich machen, wie wichtig man ist und dass es auf jede und jeden von uns ankommt! Gott meint schon jede und jeden Einzelnen von uns, wenn er uns in seine Nachfolge ruft; wenn er uns einlädt, auf sein Wort zu hören und seinen Auftrag zu erfüllen. Es klingt unglaublich, aber genau das ist doch schlussendlich die Frohe Botschaft, das Evangelium Jesu Christi an uns. Und ich bin mir sicher: wenn uns das nicht doch noch irgendwo freudig und positiv in den Knochen stecken würde, dann wären wir alle wahrscheinlich heute auch nicht hier.
Schauen wir deshalb mal auf die kleine Christengemeinde in Korinth, von der die Lesung berichtet hat. Die war – ich sag’s mal salopp – ein kleiner verrückter Haufen. Paulus hatte die Menschen dort motiviert und für die Sache Jesu gewonnen. Und seitdem kommen sie ständig zusammen, denn die Botschaft Jesu hatte sie gepackt. Auch in der langen Zeit der Abwesenheit ihres Gründers blieben sie zusammen und ganz entschieden bei der Sache. Das war mit Sicherheit in dieser bunten Mittelmeermetropole kein Pappenstiel und in einer St. Pauli-Mentalität wie dieser Hafenstadt eben auch keine Selbstverständlichkeit.
Entsprechend ruft Paulus ihnen motivierend zu: „Ihr Heiligen von Korinth“!
Ja geht’s noch etwas verrückter? Die Mitglieder dieser kleinen Gemeinde –
Hafenarbeiter, Putzfrauen, Hilfsarbeiter, Seeleute, Prostituierte und kleine Ganoven – sie alle werden von Paulus als „Heilige“ angesprochen. Natürlich sind damit keine moralischen Qualitäten gemeint, keine besonderen sozialen Vorzüge – im Gegenteil! Es kommt ja auch nicht auf die Werke und Leistungen an und mögen sie noch so fromm sein. Nicht die Erfolgreichen, nicht die Mächtigen, nicht die religiös oder moralisch Anständigen stehen hier im Mittelpunkt, sondern die kleinen Leute, die sich schlicht und einfach auf Jesus einlassen und die in ihm die Chance ihres Lebens erkennen. Wer nämlich der Frohen Botschaft Jesu glaubt, der weiß sich herausgerufen aus dem ständigen Rivalisieren und Konkurrieren: Bist du besser als ich, wer ist die Schönste, wer bringt mehr Leistung auf die Waage, kann ich mich noch sehen lassen usw. Nichts von all dem hat im Blick auf Jesus noch irgendeine Bedeutung. Durch ihn ist jede und jeder Einzelne herausgerufen aus diesen Teufelskreisen – gesegnet und berufen ohne Vorleistung, ohne Blick auf das, was sie oder er zu leisten im Stande ist – einfach erwählt und berufen, so wie man ist! Ja, bei Jesus darf ich sein, wie ich bin.
Paulus selbst outet sich in diesen wenigen Zeilen als berufen und geheiligt, und genau so partnerschaftlich redet er auch seine geliebte kleine korinthische Gründungsgemeinde an: Ihr seid berufen, erwählt und geheiligt. Das, was euch Würde gibt, Recht und Freiheit, das ergibt sich nicht aus Leistung und Profit, nicht aus Position und Kapital, nein – das kommt woanders her. Es leuchtet auf in der Tatsache, dass die Gegenwart Gottes in dieser Welt jeden Menschen würdigt. Wie sagte das letzte Konzil: „In Jesus Christus hat sich Gott mit jedem Menschen gleichsam vereinigt“*. Wohlgemerkt: Mit jedem Menschen, nicht nur mit jedem Christen. Auch nicht nur angenähert oder beschnuppert, sondern vereinigt!!
Also spricht Paulus seine kleine Truppe in Korinth an: „An die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi anrufen…“. Und so wie diese Gemeinde damals, so werden auch wir heute angesprochen als kleine Gemeinde von San Telmo. Auch wir – Sie und ich – sind „berufen als Heilige“. Damit sind aber keine kirchlichen Ehrentitel gemeint, die uns berechtigen würden, einen nicht vorhandenen Heiligenschein zu tragen, sondern vielmehr ist es eine Herausforderung mit ganz diesseitigen Aufgaben. Wenn wir vom Heiligen Gott reden und von uns, als zur Heiligkeit Berufenen, dann muss uns das nicht erschrecken. Meister Eckhart, der bekannte Mystiker des 13. Jahrhunderts, sieht genau in dieser Heiligkeit die Gleichheit von Gott und Mensch, also seine Gegenwart, die Gegenwart Gottes in uns. Ein großartiger und vielleicht manchmal auch erschreckender Gedanke, der uns vielfach viel zu wenig bewusst ist. Eckhart sieht also den Menschen, uns alle, mit einem großen Optimismus – im Gegensatz zu den engen und kleinlichen Positionen, die von kirchlicher Seite aus vom Mittelalter an bis heute teilweise vertreten werden.
Ein besonders negatives Beispiel – die Schweizer unter uns mögen mir das verzeihen – liefert dieser Tage Bischof Vitus Huonder aus Chur. Der hat allen Ernstes vorgeschlagen, dass Homosexuelle, wiederverheiratete Geschiedene, in eheähnlichen Verhältnissen Lebende, sowie künstliche Empfängnisverhütung praktizierende Katholikinnen und Katholiken künftig mit vor der Brust verschränkten Armen zur Kommunionbank treten sollten, um anstelle des Leibes Christi einen Segen zu erhalten. Nur frage ich mich: Hat diese Art Segen, diesen Namen überhaupt verdient? Der Segen Gottes soll mich geleiten, soll seine Nähe und Liebe zu mir deutlich machen, aber mich nicht bloßstellen oder beschämen, wie das vor Jahren durch bestimmte zu tragende Zeichen schon einmal bei uns passiert ist. Das kann man doch nicht allen Ernstes praktizieren wollen.
Mir ist es da weitaus lieber, dass wir uns einfach in Erinnerung rufen, was Paulus seiner korinthischen Gemeinde sagt: Heilig ist nicht das Ergebnis einer religiösen Anstrengung, einer Leistung oder vielfach dargebrachter Opfer. Nein, er erinnert alle Menschen an ihre Würde, die sie von Gott bekommen haben und ermutigt sie daraus zu liebevollen Beziehungen. Schließlich leben wir alle aus der Beziehung zu Gott, aus seiner Liebe und deshalb kann es doch gar nichts Schöneres geben, als diese Liebe selbstlos zu verschenken. Sollte das aber nicht auch bei Menschen möglich sein, die ein solch vorgeschlagener Segen bloßstellen würde?
Jesus hat die Heiligkeit des Ärmsten und des in der Gesellschaft Kleinsten vor Gott groß gehalten. Er hat nie geschwiegen, wenn die Würde eines Menschen angetastet oder religiöse Gesetze und Gebote über sie gestellt wurden. Diese Heiligkeit ist es auch, die von uns fordert, für eine Kirche einzustehen, die den Menschen keine unerträglichen lasten auferlegt, sondern ihnen zum und beim Leben hilft.
Lassen Sie mich enden mit einem Wort von Meister Eckhart. Der sagt: „Ich wurde gefragt, wie ich mir das Einssein mit Gott vorstelle. Und ich habe geantwortet: Wenn ein Regentropfen ins Meer fällt, verwandelt sich der Tropfen ins Meer, nicht das Meer in den Tropfen.“ Amen.

* Gaudium et spes 22

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Erstellt am: 20.01.2014 10:55 Uhr

Zündfunke, 19.01.14

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen Sonntag, liebe Schwestern und Brüder!
Wenn ein Paar sich bei uns in San Telmo trauen lassen möchte, dann taucht da immer auch die Frage nach einem geeigneten Trausprich auf. Deshalb habe ich da mal eine ganze Seite zusammengestellt, damit sich die Paare beim Suchen und Finden leichter tun. Was mir auffällt: Müsste ich eine Hitliste von Trausprüchen angeben, dann stünde folgendes Bibelwort ganz oben: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch.“ Das klingt ja auch wie gemacht für verliebte Paare am Beginn ihres gemeinsamen Lebensweges.
Aber wie so oft bei Bibelworten gibt es auch zu diesem eine Geschichte. Und da geht es nicht um verliebte Paare, sondern um Schwiegermutter und Schwiegertochter. Die stehen an einer Wegkreuzung, an der eine Entscheidung getroffen werden muss.
Sämtliche dazugehörigen Ehemänner hat der Tod dahingerafft. Und Witwen hatten damals keinen leichten Stand. Deswegen entscheidet sich Noomi, die Schwiegermutter, zurück in ihr Heimatland zu gehen. Dort hofft sie auf Hilfe durch die Verwandtschaft.
Für Rut, die Schwiegertochter, bedeutet der gemeinsame Weg mit Noomi nun aber keine Heimkehr, sondern das Gegenteil. Sie muss in der Fremde Fuß fassen, wo sie weder Menschen noch Sitten kennt. Und ganz und gar auf ihre Schwiegermutter angewiesen sein wird. Deswegen lässt Noomi ihr noch einmal die Wahl. Alleine umkehren oder gemeinsam weitergehen. Und da spricht Rut diese Worte echter Solidarität. „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch.“
Und so geschieht es. Die beiden gehen gemeinsam in Noomis Heimatland, wo nach langen Irrungen und Wirrungen die Geschichte für beide Frauen gut endet. Aber das hat an jener Wegkreuzung ja niemand wissen können. Und dennoch setzt Rut ihre Prioritäten. Sie setzt auf eine gute Beziehung. Tragfähig genug, um das Leben gemeinsam bewältigen zu können. In gegenseitiger Liebe und Achtung. Und mit Gottes Hilfe.
Und damit sind wir dann doch wieder bei der Trauung. Denn genau darum geht es, wenn sich zwei Menschen trauen. Sich einander anvertrauen. Sie setzen auf eine gute Beziehung. Tragfähig genug, um das Leben gemeinsam bewältigen zu können. In gegenseitiger Liebe und Achtung. Und mit Gottes Hilfe.
Ihnen allen einen schönen Sonntag!

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Erstellt am: 20.01.2014 10:53 Uhr

Zündfunke, 18.01.14

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Verehrte Schwestern und Brüder!
Mit Vornamen heißt sie „Königin“ und mit Nachnamen „von Saba“. Da staunen Sie, gell? Aber Scherz beiseite. Leider Gottes hat die arme Frau in der Bibel gar keinen Namen. Da ist sie schlicht und einfach die Königin von Saba. Und damit natürlich alles andere als eine arme Frau. Ganz im Gegenteil. Sagenhafte Reichtümer soll sie besessen haben, so behauptet es jedenfalls das Alte Testament. Und lässt die stolze Königin zum Staatsbesuch nach Israel reisen.
Zum einen ging es bei diesem antiken Gipfeltreffen wohl um den Gewürzhandel. Der war in der gesamten Region eine wichtige Einnahmequelle. Das Königreich Saba, das wohl im heutigen Jemen lag, gründete genau darauf seinen Wohlstand. Aber auch das kleine Israel hat es damals unter König Salomo zur wirtschaftlichen Blüte gebracht. Und deshalb ist dann auch ein Wirtschaftsabkommen auf höchster Ebene erforderlich. Das war damals kein Haar anders als heute.
Aber nicht allein deshalb reist die schöne Königin in das ferne Land. Die sagenhafte Weisheit jenes Salomo hat sich bis nach Saba herumgesprochen. Und genau davon will sich die Königin nun selbst ein Bild machen. Deshalb hat sie nicht nur Gold und Edelsteine als Geschenke im Gepäck, sondern auch eine Reihe von Rätselfragen, die die königliche Klugheit testen sollen. Und wen wundert’s: Der clevere König bleibt keine Antwort schuldig.
Die beiden verstehen sich ganz ausgezeichnet, ja sogar erstklassig und: Sie finden großen Gefallen aneinander. Womöglich hat zu dem königlichen Gipfeltreffen auch noch ein königliches Techtelmechtel gehört. Einem Salomo, der immerhin 700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen gehabt haben soll, kann man das getrost zutrauen. Aber da schweigt des Sängers Höflichkeit. Und die der Bibel auch. Die schickt die schöne Königin nach einem gelungenen Staatsbesuch einfach wieder auf die Heimreise.
Eine Geschichte sicherlich ganz ohne großen sittlichen Nährwert. Aber die Bibel schreibt eben auch solche Geschichten. Die gänzlich ohne moralischen Zeigefinger auskommen. Sondern einfach nur das Herz erwärmen und die Phantasie beflügeln. Und so etwas liest man doch gerne. Wie zum Beispiel diese Geschichte, die im 1. Buch der Könige, Kapitel 10, zu finden ist.

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Erstellt am: 20.01.2014 10:51 Uhr

Zündfunke, 17.01.14

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Was wird heutzutage nicht für ein Hype darum gemacht, dass Frauen in Führungsetagen häufiger anzutreffen sein sollen, verehrte Schwestern und Brüder. Es werden Quotenregelungen ins Auge gefasst und die Politik meint, damit alles und jedes legitimieren zu können. Wenn wir aber an früher zurückdenken, an die Zeit im alten Israel, da waren Frauen in Führungspositionen nicht nur in der Minderheit, nein, da konnte man sie mit der Lupe suchen. Deshalb ist die Geschichte der Debora auch so bemerkenswert. Von ihr erzählt die Bibel im Buch der Richter.
Richter waren im alten Israel nicht nur da, um Recht zu sprechen, sondern ihre Funktion ging sehr viel weiter. In Krisenfällen war es ihre Aufgabe, auch politisch die Führung zu übernehmen. Die erste und einzige Richterin in der Geschichte Israels heißt Debora. Und sie hat alles andere als eine leichte Aufgabe. Denn die Stämme Israels leben seit zwanzig Jahren unter der Knute ihrer kanaanitischen Nachbarn. Damit soll Schluss sein, sagt Debora. Und organisiert den Aufstand.
Es kommt zur entscheidenden Schlacht, in die Debora gemeinsam mit einem Feldherrn namens Barak zieht. Der ist für die militärische Seite zuständig, und sie für den guten Draht zu Gott. Und Gott möchte man in dieser Situation lieber als Freund denn als Feind.
Ob es nun an Gottes Wohlwollen liegt oder an der strategischen Klugheit von Debora und Barak: Am Ende ist das kanaanitische Heer besiegt und der feindliche Feldherr gemeuchelt. Vierzig Jahre Frieden sollen folgen. Ende der Geschichte.
Frauen, die in den Krieg ziehen, brauche ich nicht wirklich. So gesehen finde ich Deboras Geschichte wenig vorbildlich. Aber als eine Frau, die weiß, was sie will, ist sie mir doch mehr als ans Herz gewachsen. Sie nimmt in Angriff, was sie richtig und auch was sie wichtig findet. Selbst wenn das heißt, mit ihren zarten Frauenfüßchen in Männerdomänen einzudringen.
Außerdem zeigt die Geschichte, dass Gott von Anfang an Frauen ernst genommen hat. Und ihnen zutraut, denken und lenken zu können. Und wenn das damals so war, warum sollte es heute anders sein? Nachlesen können Sie die Geschichte übrigens im Buch der Richter, Kapitel vier und fünf.

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Erstellt am: 20.01.2014 10:49 Uhr

Zündfunke, 16.01.14

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Er ist einer der ganz großen Helden der biblischen Geschichte, verehrte Schwestern und Brüder. Die Rede ist von Mose. Jenem Mose, der sein Volk in die Freiheit führt und ihm die zehn Gebote überbringt. Der seine Leute vierzig Jahre mit Engelsgeduld durch die Wüste führt und am Ende an der Grenze zum gelobten Land abliefert. Heldentaten über Heldentaten, die niemand erzählen würde, wenn es im Leben des Helden nicht auch Heldinnen gegeben hätte. Und zwar von Anfang an.
Denn bereits die Geburt von Mose steht unter einem denkbar schlechten Stern. Der Befehl des Pharao lautet, alle männlichen Nachkommen der Hebräer zu töten. Ein Befehl, dem die Hebammen Pua und Schifra aber einfach nicht gehorchen. Und warum? Weil ihnen ihr Gewissen wichtiger ist als der Befehl des Pharao. Was für eine Heldinnentat.
Dann kommt Mutter Jochebed ins rettende Spiel. Weil das Leben ihres Sprösslings auch weiterhin in Gefahr ist, legt sie den kleinen Mose in ein wasserfestes Körbchen und schubst es hinaus auf den Nil. In der Hoffnung, dass jemand den Knirps herausfischt und beschützt. Wie mag Jochebed darunter gelitten haben, ihr Kind herzugeben? Aber sein Leben geht ihr vor. Auch das eine wahrhafte Heldinnentat.
Dann seine Schwester Mirjam. Die ihren kleinen Bruder nicht so einfach davonschwimmen lässt. Sie begleitet seinen Weg auf dem Fluss. Und als das Körbchen von der Tochter des Pharao aus dem Wasser gefischt wird, greift sie couragiert ein und vermittelt in einem cleveren Schachzug die eigene Mutter als Amme. Der kleine Mose ist für eine Weile wieder zu Hause. Was für eine Heldinnentat.
Aber ohne die Tochter des Pharao hätte die Geschichte sicher auch kein glückliches Ende genommen. Denn die nimmt den kleinen Hebräer später an Kindes Statt an. Wohl wissend, dass sie damit ihren Vater vergrätzt und für sich selbst ein großes Risiko eingeht. Aber der Schutz dieses kleinen und hilflosen Lebens ist ihr wichtiger. Was für eine Heldinnentat.
Wie viele Heldengeschichten wären wohl nie geschrieben worden, wenn es die Heldinnen in der Geschichte nicht gegeben hätte? Und diese Heldinnengeschichte finden Sie im 2. Buch Mose, Kapitel 2.

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Erstellt am: 20.01.2014 10:48 Uhr

Zündfunke, 15.01.14

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Diese Geschichte, verehrte Schwestern und Brüder, die hört sich an, wie die Geschichte eines klassischen „Blind-Date“. Rebekka und Isaak. Als Erzeltern werden sie in die biblische Geschichte eingehen. Doch bevor es soweit ist, erzählt das Alte Testament folgende Geschichte:
Isaak braucht dringend eine Frau. Nein, nicht weil die Hormone mit ihm durchgehen, sondern für die Planung seines Lebens. Die Liebe hat seinerzeit bei der Partnerwahl sowieso eine höchst untergeordnete Rolle gespielt. Aber sie soll passen, die Frau. Damit ist gemeint: Sie soll aus gutem Hause sein, eine anständige Mitgift mitbringen und natürlich fleißige Hände haben. Und so begibt man sich auf Brautschau. Wobei das Wort „man“ schon deutlich macht, dass nicht der zukünftige Ehemann auf die Pirsch geschickt wird, sondern es wird ein zuverlässiger Knecht entsendet, um eine geeignete Partie zu finden. Wobei die entfernt wohnende weitere Verwandtschaft durchaus mit eingebunden wird; schließlich hat sie einige Kandidatinnen zu bieten. Und eine davon soll es schlussendlich auch werden. Aber welche?
Als der Knecht nach der langen Reise ankommt, hat er einen Plan. Das Mädchen, das nicht nur ihm, sondern auch seinen Kamelen Wasser gibt, das wird wohl die Richtige sein. Und wenn es keine tut, dann war es halt ein Schuss in den Ofen. Aber es kommt, wie es kommen muss. Die liebliche Rebekka zeigt sich gegenüber dem Fremden wie auch seinen Tieren gastfreundlich und überaus mildtätig. Jetzt geht es nur noch um die Einzelheiten.
Wie zum Beispiel Rebeccas Familie. Die vertrauen ihre Tochter ja nicht irgendeinem X-Beliebigen an. Aber da sie Gottes Hand im Spiel wittern, geben sie ihre Zustimmung. Was Rebekka will, interessiert nicht wirklich. Jedenfalls damals. Erst viel später nimmt sie richtig Einfluss auf die Dinge. Das dann aber kräftig. Zu diesem Zeitpunkt aber steigt sie auf ein Kamel und reist als Braut ihrem Blind Date Isaak entgegen.
Die Hochzeit findet statt. Und von Liebe ist immer noch nicht die Rede. Erst ganz am Schluss dieser Episode heißt es, dass Isaak seine Frau lieb gewonnen hat. Ob das umgekehrt auch gilt, werden wir nie erfahren. Dass die beiden Zwillinge bekommen, die sich gar nicht mögen, und was das für Konsequenzen hat, das allerdings erfahren wir schon. Und zwar im 1. Buch Mose, ab Kapitel 25.

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Erstellt am: 20.01.2014 10:45 Uhr

Neuer Gemeindebote Januar 2014

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde auf Teneriffa,
kurz nach Beginn des neuen Jahres ist unser neuer Gemeindebote etwas früher online als ursprünglich geplant. Das hängt mit Überlegungen zusammen, die wir im Vorwort der Januar-Ausgabe etwas näher erläutern. Unter http://www.katholische-gemeinde-teneriffa.de/Gemeindebote_Januar14.pdf ist die Neuausgabe auf unserer Homepage zu finden oder Sie drucken sie sich direkt aus unter http://www.katholische-gemeinde-teneriffa.de/Gemeindebote_Januar14_Druckversion.pdf
Mit unserem letzten Aufruf, dass uns viele E-Mail-Adressen durch einen Festplattencrash abhanden gekommen waren, haben uns viele ihre Adresse wieder zukommen lassen und müssten somit auch wieder im Verteiler sein. Sollten Sie jemanden im Bekanntenkreis kennen, der von uns leider nicht mehr mit neuen Meldungen „versorgt“ wird, dann lassen Sie uns das wissen oder fordern Sie die Freunde auf, uns eine E-Mail zu schicken, damit wir auch deren Adresse wieder haben.
Jetzt wünschen wir Ihnen viel Spaß bei der Durchsicht und Ihnen allen noch einmal ein gutes und vor allem von Gott gesegnetes Jahr 2014
Herzlichst
Andrea und Bertram Bolz

Infos unter: http://www.katholische-gemeinde-teneriffa.de/Gemeindebote_Januar14_Druckversion.pdf

Erstellt am: 14.01.2014 13:52 Uhr

Zündfunke, 14.01.14

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Verehrte Schwestern und Brüder!
Noch nicht einmal ihren Eigennamen hat man für überliefernswert erachtet. Lot‘s Weib. Also nur als Ehefrau eines gewissen Herrn Lot ist sie den Erzählern des Alten Testamentes wichtig. Die Geschichte wiederum aber hat den Spieß umgedreht. Von Lot wissen heute nur noch die wirklich Bibelfesten. Von Lots Weib aber weiß jeder, der schon einmal zur Salzsäule erstarrt ist. Denn diese sprichwörtliche Wendung verdanken wir niemand anders als ihr. Und zwar wegen dieser Geschichte:
Im antiken Israel gab es zwei Städte namens Sodom und Gomorra. Dort ging es zu wie – nun eben wie in Sodom und Gomorra. Irgendwann platzte Gott der Kragen. Und er beschloss, den beiden Städten den Garaus zu machen. So richtig mit Feuer und Schwefel. Nur Lot und seine Frau und seine Töchter, die sollten verschont werden. Weil die eigentlich ganz anständige Menschen waren und mit Gott auch noch etwas am Hut hatten.
Und so geht es in der Morgenröte auf und davon. Kurz bevor es Feuer regnet. Mit zwei Engeln und der klaren Ansage: „Bleibt bloß nicht stehen, dreht euch bloß nicht um, schaut bloß nicht nach hinten!“ Was auch niemand tut. Außer Frau Lot. Die blickt sich um und erstarrt zur Salzsäule. Hätte sie mal besser auf die Engel gehört. Hat sie aber nicht. Und bis in alle Ewigkeit kann man darüber spekulieren, weshalb wohl. Mir leuchtet folgender Grund ein:
Lots Weib blickt sich um und sieht die Häuser brennen. Auch ihr eigenes. Ein Stück ihrer Vergangenheit. Kein schönes Stück Leben, aber doch immerhin ihres. Von der Zukunft weiß sie nichts. Womöglich wird nichts besser, sondern alles nur noch schlimmer. Und so geht es ihr vielleicht wie vielen Menschen in Krisensituationen ihres Lebens. Zurückgehen kann man nicht. Aber vorwärts gehen will man nicht. Und so bleibt man stehen. Fühlt sich wie gelähmt.
Die meisten Menschen schaffen es Gott sei Dank dann doch. Bleiben nicht starr und gelähmt. Sondern finden irgendwann den Absprung. Gehen weiter. Schritt für Schritt. Quasi ins Nichts hinein. Mit einem Quäntchen Hoffnung, dass es schon wird. Und wer weiß: Vielleicht hat denen auch ein Engel gesagt, dass der Blick nach hinten auf Dauer im wahrsten Sinne des Wortes keine Zukunft hat.

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Erstellt am: 14.01.2014 13:45 Uhr

Zündfunke, 13.01.14

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Liebe Schwestern und Brüder!
Mitunter ist es wirklich so, dass Gott auf Menschen setzt. Wie im Fall von Abraham und Sara. Eine richtig große Familie sollen sie werden, mit vielen, vielen Nachkommen. Dass die beiden ihm dabei aber fast einen Strich durch die Rechnung machen, davon erzählt folgende Geschichte:
In jungen Jahren wandern Abraham und Sara wegen einer Hungersnot nach Ägypten. Dort angekommen, schielen die ägyptischen Männer bald nach der schönen Sara. Leider auch der Pharao. Und jetzt wird’s haarig. Denn Pharaonen, das wissen wir auch aus anderen geschichtlichen Überlieferungen, die nehmen sich in der Regel, was sie wollen. Zur Not wird dabei der Ehemann dann einfach aus dem Weg geräumt.
In seiner Angst um Leib und Leben hat der findige Abraham aber eine Idee. Wenn er Sara als seine Schwester ausgibt, dann ist das Problem gelöst. Der Pharao bekommt die Frau, die er begehrt. Abraham kommt mit dem Leben davon. Und was Sara will, interessiert irgendwie eh zu der Zeit sowieso keinen. So wird’s also gemacht. Sara und Abraham werden als vermeintliches Geschwisterpaar am ägyptischen Hof gehegt und gepflegt. Solange, bis Gott der sprichwörtliche Kragen platzt. Der schikaniert daraufhin den Pharao so lange, bis der auf den Trichter kommt, dass mit Brüderlein und Schwesterlein etwas nicht stimmt. Natürlich stellt der Pharao die beiden zur Rede.
In diesem Moment möchte ich nicht in der Haut der beiden stecken. Denn Pharaonen können, wenn sie mal schlecht drauf sind, so richtig grantig werden. Der hier allerdings, der zeigt sich durchaus von seiner milden Seite. Und lässt Abraham und Sara ziehen. Wahrscheinlich ist er ganz froh, die beiden mitsamt ihrem unbequemen Gott los zu sein. Und Abraham und Sara können von Glück reden, dass sie noch einmal davon gekommen sind.
Tun sie aber nicht. Sie reden von Gott. Nicht Glück oder Zufall oder Schicksal, sondern seinem Eingreifen verdanken sie ihre Rettung. Verdanken, sie, dass ihr Leben gerade noch einmal die Kurve gekriegt hat. Und so kann es weitergehen in ihrer bewegten Geschichte, die schließlich in einer großen Familie mit vielen Nachkommen mündet. Wie versprochen. Und wenn Sie mehr darüber wissen wollen: Die Geschichte von Abraham und Sara steht im 1. Buch Mose – lohnt sich allemal, einfach ein wenig darin zu lesen.

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Erstellt am: 14.01.2014 13:43 Uhr