Immobilien-Verkäufe mit Schwarzgeldanteil in Zukunft in Spanien kaum mehr möglich

Möglich macht das eine neue Software, die die Computer der Finanzbehörde direkt mit den Datenbanken von Notaren und Eigentumsregistern vernetzt. Die neue Technik wird auch dabei helfen zu erkennen, ob bei der Beurkundung des Immobilienkaufs ein geringerer Wert als der tatsächliche Kaufpreis angegeben wurde. Die dazu erforderlichen Daten stellt die Katasterverwaltung zur Verfügung. Sobald ein für die Lage der Immobilie ungewöhnlich niedriger Wert auftaucht, schlägt das System Alarm. Nicht nur Computer unterstützen den Kampf gegen die Steuerhinterziehung, rund 40 Prozent des Personals der Steuerbehörde sind mit der Untersuchung von Steuerhinterziehung im Immobilienbereich beschäftigt. Insgesamt 2.000 Inspektoren und Techniker der Finanzbehörde, werden in diesem Jahr knapp 95.000 Immobilientransaktionen unter die Lupe nehmen. Die Steuerhinterziehung im Immobiliensektor macht in Spanien rund 40 Prozent der Schattenwirtschaft aus. Der Generaldirektor der Agencia Tributaria (Finanzbehörde), Luis Pedroche, kündigte weitere Maßnahmen an, um mehr Steuerehrlichkeit zu erreichen. Wichtigste Waffe sei dabei die Verbesserung des Informationsaustausches zwischen Behörden. So könnte z.B. der Zugriff auf die Daten von Bürgschaften, die als Mietsicherheit gestellt werden, dabei helfen, nicht deklarierte Miteinahmen aufzudecken. Gerade im Bereich der Vermietung von Wohnungen sei die Steuerhinterziehung weit verbreitet. Es soll es mindestens eine Million vermietete Wohnungen in Spanien geben, deren Mieteinahmen nicht angegeben werden. Das würde bedeuten, dass über 60 Prozent aller Mieteinnahmen schwarz erzielt werden. Die Schattenwirtschaft in diesem Bereich dürfte somit rund 1,8 Milliarden Euro betragen. Am stärksten vertreten sei die Steuerhinterziehung im Bereich der Ferienvermietung und bei Vermietungen an Immigranten, sowie bei Studentenwohnungen.

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Erstellt am: 02.09.2007 12:31 Uhr

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