Noche en Blanco 2013

Der Zauber nimmt die Straßen der Stadt Aguere (= La Laguna) ein, die sich wie alljährlich für das Weihnachtsfest mit der Noche in Blanco vorbereitet. Ein ganzer Tag und die volle Nacht mit Kultur-Aktivitäten in den Geschäfts-, Monumentenzonen und Museen des historischen Stadtzentrums zum Genuß der Familie. Musik aller Art, Tanz, Theater und Aktivitäten für Kinder in mehr als vierzig Stellen, verteilt auf die ganze Stadtmitte.
Am 30. November 2013 in den Straßen von La Laguna.

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Erstellt am: 28.11.2013 11:53 Uhr

Kunstausstellung in Callao Salvaje

Aufgrund des großen Erfolges der Kunstausstellung in Callao Salvaje im Januar dieses Jahres laden acht Künstler zur Eröffnung der 2. Kunstausstellung „Realistische Tendenzen“ ein. Die Vernissage – mit Livemusik – findet am Sonntag 8. Dezember um 15:00 statt. Die Laudatio hält der Kunsthistoriker Alexander Schneider.
Künstler sagen mit ihren Werken etwas über sich aus und ihre Wahrnehmung der Welt. Sie wählen dabei die Ausdrucksform, die es ihnen am besten ermöglicht anderen etwas mitzuteilen – ihre Sicht der Dinge, ihre Stimmungen, ja ihre persönlichen Empfindungen.
Roland Heyders Werke sind Kompositionen für die Sinne – Bild-Figuren, Bewegung, schöne Geschichten. Der Dramatiker führt seine Bühne vor, der Gaukler treibt seine Späße, der Philosoph entwirft sein Weltbild. Heyder gilt als Meister der Vermischung von Realität und Fiktion. Zahlreiche Ausstellungen, unter anderem im Haus der Kunst in München, der Sterling Gallery in San Diego. Der ART in Basel und dem Phantasten Museum in Wien zeugen vom Rang der Kunst Roland Heyders. (www.heyland7.de)
Norbert Krienen zeigt einen Querschnitt seiner Aquarellmalerei „Landschaften Teneriffas“. Seine Kunstauffassung ist geprägt von dem langjährigen Teneriffa Aufenthalt und den zahlreichen Bekanntschaften zu namhaften Künstlerkollegen.
Ihre ausgeprägte Phantasie und die Neigung zum Mystizismus spiegeln sich in den Werken von Nika Langer. Kräftige Farben und klare Konturen kennzeichnen ihre großformatigen Werke (www.monikalanger.de).
Der Großteil der Arbeiten der Bildhauerin Jeannette Müller befasst sich mit der Formenvielfalt des weiblichen Körpers. Wie man einer plastischen Figur mit Hilfe einer ausdrucksstarken Oberfläche eine besondere Wirkung verleiht zeigt sie mit einem kleinen Ausschnitt aus ihrem Portfolio. (www.jea-kunst.de)
Raico Rosenbergs Fotos von Teneriffa sind ein Resultat seiner endlosen Wander-Expeditionen, der unsterblichen Liebe zum Fotografieren und der unschlagbaren Kenntnisse Teneriffas schöner Landschaft. Seine Werke waren schon häufig Teil größerer Fotoausstellungen im Kongresszentrum MAGMA (www.RaicoRosenberg.com).
Krzysztof Jakubczyk studierte Kunst an der „Schlesischen Universität” in Kattowitz. Er spezialisierte sich auf Zeichnungen, Fotografie und digitaler Bildbearbeitung. 2012 gewann er den 1. Preis beim großen Fotowettbewerb “Vita!” in Polen. (www.krzysztofjakubczyk.com)
Die polnische Künstlerin Magdalena Pierwocha, die an der selben Universität studierte, zeigt Fotografien und Malerei. Bereits 2005 gewann Sie in einem Fotowettbewerb bei Playboy “Fotoerotica” den 1. Preis . 2013 errang sie auf Teneriffa den 3. Preis mit der Malerei des 21. Jahrhunderts. (www.magdalenapierwocha.com)
Günther Müller ist ein Fotograf der Eigenschaften in sich vereint, die ein „Zauberer an der Kamera“ beherrschen sollte. Seit Beginn der Digitalfotografie widmet er sich immer mehr der DigiArt, wobei eine Vielzahl von Aufnahmen zu einem Gesamtkunstwerk zusammen gefügt werden. (www.foto-digiart.de)

Ausstellungsort ist die ehemalige „Policlínica Callao Salvaje“, Avda. La Lava s/n – Edif. Perla Blanca, 65, 38678 Callao Salvaje (Adeje). 08. Dezember 2013 bis 26.Januar 2014: donnerstags bis sonntags: 14:00 -19:00 Uhr & nach tel. Vereinbarung: 672 220 915.

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Erstellt am: 28.11.2013 11:27 Uhr

Zündfunke, 27.11.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, deutschsprachige katholische Gemeinde, Puerto de la Cruz
Guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Anonymität: Ein vielgebrauchtes, nach allen Seiten hin auslegbares, geliebtes wie auch verhasstes Wort mit all seinen Ausbreitungen. Im Stadtpark von Budapest steht ein Denkmal eines Anonymus, das Gesicht verschwunden in der über den Kopf gezogenen Kapuze. Ist es das, was Anonymität ausdrückt, was es uns sagt?
Viele Menschen suchen die Anonymität- sie sträuben sich gegen die sogenannte „Sozialkontrolle“, sind froh, irgendwo zu wohnen, wo sie keiner kennt, wo sich niemand über sie beschwert, wo sie tun und lassen können, was ihnen gefällt. Solche Menschen fühlen sich wohl, wenn sie sich in ihr privates Schneckenhaus zurückziehen, sich in der großen Masse verstecken können.
Aber genau diese Art des Lebens hat auch ihre Schattenseiten, und zwar immer dann, wenn die vorher so vielgepriesene Anonymität sich in Einsamkeit oder in Vereinsamung umwandelt. Trotz vielfältiger technischer Möglichkeiten, dank oder soll ich eher sagen, trotz der sogenannten „sozialen Netzwerke“ fühlen sich viele Menschen allein. Anonym zu leben mag in jungen Jahren durchaus seinen Reiz haben, was aber, wenn mein Leben sich durch Krankheit oder Alter so verändert, dass ich nicht mehr alleine, sprich anonym leben kann? Erschreckend sind für mich Beispiele von Begräbnissen, bei denen der Seelsorger vielleicht gerade mal mit einer oder zwei Personen am Grab steht, nicht, weil alle aus dem Umfeld des Verstorbenen auch bereits verstorben sind, sondern weil keiner da ist, der um den Verstorbenen trauert. Bei solch erlebten Situationen frage ich mich schon, war es das wert? Menschliches Leben und Zusammenleben kann doch wirklich nur gelingen, wenn wir im Alltag aufmerksam füreinander sind, miteinander ins Gespräch kommen, wenn wir einander vertrauen und behilflich sind, uns mitfreuen. Großes geschieht dort, wo Menschen verzeihen können, einander Mut machen, sich gegenseitig trösten, um so für ein menschen-freundliches Klima zu sorgen. Dass ich damit nicht erst dann beginnen kann, wenn ich krank oder alt bin, versteht sich wohl von selbst – für mich jedenfalls; es scheint aber keine Allgemeingültigkeit zu besitzen, denn sonst würde es nicht so viele Menschen geben, die wirklich alleine sind, weil sie es versäumt haben in ihren guten Zeiten auf andere zuzugehen, aus ihrer selbstgewollten Anonymität herauszutreten und sich auf andere zuzubewegen. Wie bei dem Meisten im Leben ist der goldene Mittelweg nicht immer der schlechteste, ihn aber zu finden und ihn konsequent zu gehen, ist nicht immer einfach, dass ihnen und mir dies gelingen mag, das wünsche ich uns, nicht nur für den heutigen Tag.

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Erstellt am: 27.11.2013 16:22 Uhr

Zündfunke, 26.11.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, deutschsprachige katholische Gemeinde, Puerto de la Cruz
Guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Ein Indianer besucht einen weißen Mann in einer amerikanischen Großstadt. Die beiden gehen im Lärm der hupenden Autos und der ratternden Omnibusse die Straße entlang. Da bleibt der Indianer stehen: „Ich höre eine Grille zirpen.“ Der Weiße antwortet: „Hier gibt es keine Grillen, außerdem würde man sie in diesem Lärm überhaupt nicht hören.“ Der Indianer geht ein paar Schritte zu einer Hauswand, schiebt einige Blätter wilden Weins zur Seite – da sitzt tatsächlich eine Grille. Der Weiße sagt: „Indianer können eben besser hören als Weiße.“ „Da täuscht du dich“, erwidert der Indianer und wirft ein 50-Cent-Stück aufs Pflaster. Es klimpert auf dem Asphalt, und sofort drehen sich die Leute um. „Siehst du“, sagt der Indianer, „das Geräusch, das das Geldstück gemacht hat, war nicht lauter als das der Grille. Und doch hören es viele der Weißen. Der Grund liegt darin, dass wir alle stets das gut hören, worauf wir zu achten gewohnt sind.“
(Joachim Feige, Renate Spennhoff, Hrsg., Wege entdecken, Gladbeck und Stuttgart 1980, S. 146)
Aus jeder Geschichte können wir etwas herausnehmen, was zu uns und unserer Situation passt. Wenn ich diese eben gehörte Geschichte für mich überlege, so stelle ich fest, dass es mir genauso geht. Ich muss oft viel zu viel hören, was ich gar nicht hören will. Das fängt damit an, dass in allen Geschäften, in die ich komme, viel zu laute Musik läuft, die ich ganz und gar nicht hören will. Und es geht weiter mit dem Lärm der Straße und findet seinen Höhepunkt darin, dass immer und überall geredet wird. Dass Menschen ständig mit ihrem Handy telefonieren, egal ob auf der Straße oder im Café. Und dass die Leute, die daneben sitzen, die Gespräche immer mithören müssen, obwohl sie sie gar nicht hören wollen. Dieses ständige mithören müssen, obwohl ich lieber Stille hätte, löst bei mir dann oft einen sogenannten „Durchzug“ aus, das heisst, ich will einfach nicht mehr zuhören, und kriege so – dann auch nichts mehr mit. Das kann mir allerdings auch passieren, wenn ich von vielen Seiten gleichzeitig angesprochen werde, wenn mehrere Leute auf mich einreden und mir keine Chance geben, das eine, so eben Gehörte, erst einmal in mir wirken zu lassen, und darauf zu reagieren.
Ich frage mich oft, was will ich eigentlich hören? Ich habe für mich eine Antwort gefunden: ich möchte auf die Stille hören, sie in mir aufnehmen und in mir wirken lassen. Leider gelingt mir dies nicht allzu oft, oder aber, der Alltag hindert mich daran – Lärm von angenehmen Lauten und Einflüssen zu unterscheiden.

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Erstellt am: 27.11.2013 11:52 Uhr

Cabildo startet neues Web-Portal

Das Museum für Natur und Mensch (Museo de la Naturaleza y el Hombre) und das Cabildo de Tenerife präsentierten in der letzten Woche ihr neues Web-Portal rund um die Naturgeschichte von Makaronesien. www.macaronesian.org dient als digitales Nachschlagewerk und bietet ein breites Wissen rund um die Natur der makaronesischen Inseln an. Alle Inhalte sind auf Spanisch, Portugiesisch und Englisch verfügbar.

Infos unter: www.macaronesian.org

Erstellt am: 26.11.2013 11:33 Uhr

Aktuelles aus dem Auditorium

Auf der Webseite des Auditoriums von Santa Cruz finden Sie alle Veranstaltungen, Informationen und es besteht die Möglichkeit direkt Tickets zu buchen.

Infos unter: http://www.auditoriodetenerife.com/es

Erstellt am: 26.11.2013 11:13 Uhr

Zündfunke, 25.11.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, deutschsprachige katholische Gemeinde, Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen Montagmorgen, liebe Schwestern und Brüder!
Die Nachricht verbreitet sich blitzschnell in der ganzen Gegend: Engel haben einen Supermarkt eröffnet. Alle möglichen Bedürfnisse werden dort befriedigt. Nicht nur Sekt und Kaviar. In ein paar Tagen könne jeder seinen Wunschzettel einlösen. Die Leute machen sich ans Werk und schreiben ihre Wünsche nieder. Eine bessere Welt wollen alle, mehr Frieden, freundlichere Mitmenschen, eine ehrliche, offene Kirche. Manche wollen eine gerechtere Verteilung der Güter dieser Welt. Eltern erwarten folgsamere Kinder, Jugendliche mehr Verständnis bei den Erwachsenen. Dreimal unterstrichen steht überall der Wunsch nach mehr Menschlichkeit.
Vollbepackt mit guten Wünschen stürmen alle in den Supermarkt. Das Bild gleicht dem vorweihnachtlichen Einkaufsrummel, den wir jetzt dann wieder erleben dürfen, oder müssen. Aber die Überraschung für die Leute kommt erst noch. Die Engel nehmen trotz dem großen Gedränge alle Wunschzettel freundlich entgegen: „Das alles könnt ihr haben – aber wir verkaufen nicht die Früchte, nur die Samen!“ (Quelle nicht bekannt – eigene Nacherzählung)
Das ist nun aber doch ein Supermarkt der anderen, der ganz besonderen Art. Ein Supermarkt, in dem es keine Fertigprodukte, keine abgepackten Waren und auch keine frische Ware gibt. Nur die Samen dafür. In den Samen ist bereits alles enthalten, was wichtig ist, und wenn ich weiß, um welchen Samen es sich handelt, kann ich bereits erahnen, was da einmal draus werden wird, wenn ich genau diesen Samen einpflanze und wachsen lasse. Und meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, ich kann mir vorstellen, welche Entfaltungs-möglichkeiten in meinem Samen stecken, welche Ausstrahlung und Schönheit er einmal als ausgewachsene Pflanze haben wird.
Die kleine Geschichte vom Supermarkt der Engel sehe ich als ein Bild für unser Menschsein. In jedem von uns sind noch Anlagen verborgen, die noch nicht geweckt, oder die irgendwann einmal still gelegt wurden. Gut, wenn es dann Menschen gibt, Freundinnen und Freunde, Partner und Wegbegleiter, die einander helfen und bestärken, dass das Gute und Schöne, das in einem steckt – zum Leben erweckt wird, zum Blühen kommt und reiche Früchte trägt. Gut, wenn wir uns immer wieder an den Supermarkt der Engel erinnern und an die Möglichkeit, Samen zu erwerben, Samen, der sich entfalten will und vielseitig verwendbar ist. Der Supermarkt der Engel ist wie ein sehr individueller Markt, der alles andere als eingeschweißte, gleichbleibende Fertigprodukte verkauft.

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Erstellt am: 26.11.2013 11:06 Uhr

Predigt zum Ewigkeitssonntag am 24.11.2013

Vom Pfarrer Johann Weingärtner 
Matthäus 25, 1-13
1 Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen.
2 Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug.
3 Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit.
4 Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.
5 Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.
6 Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!
7 Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig.
8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen.
9 Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst.
10 Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen.
11 Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf!
12 Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
13 Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde. 
In der Ölkrise gehen die Lichter aus, liebe Gemeinde. Fast ein zeitgenössisches Bild – ich denke an das Jahr 1973 –, das Jesus uns da in seinem Gleichnis vor Augen malt. Und die Ursache der Krise ist Torheit. Oder vielleicht sogar Tollkühnheit. Ohne groß nachzudenken, ob das Öl auch reichen könnte, also ohne für Nachhaltigkeit zu sorgen, so nach dem Motto „es wird schon gut gehen“, so denken und handeln die törichten Jungfrauen. Das kann gründlich ins Aus führen oder sogar in einen Abgrund, zumindest vor eine verschlossene Tür, in eine Sackgasse. 
Ganz anders die mit Klugheit ausgestatteten Frauen. Sie sorgen für Vorrat, überschlagen die Kosten des Unterfangens, sorgen entsprechend vor. Und  so landen sie bei weit geöffneter Tür in einem zum Festmahl bereiteten Saal. 
Auf dem Weg dahin kommt es noch zu einer unerfreulichen, zumindest zwiespältigen Begegnung. Die von Torheit Geschlagenen bitten die mit Klugheit Ausgestatteten um Hilfe durch Teilen. Das wird abgelehnt. So ist das manchmal. 
Es gibt ein zu spät. Und wenn Klugheit sich durch Torheit teilen lässt, kommt bestenfalls Mittelmäßigkeit heraus und damit ist letztlich niemandem gedient.
So kommt es, wie es kommen muss: Klugheit führt zum Ziel – Torheit in die Sackgasse. 
Nun ließe sich ja trefflich in unseren Tagen darüber diskutieren, was dieses Gedankengut auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet wohl an Aufklärung manch übler Zustände, die all – überall zu beobachten sind, zu leisten vermöchte. Und ehrlich gesagt, liebe Gemeinde, ein wenig war ich für kurze Zeit durchaus in Gefahr, mich dazu verleiten zu lassen. Dann aber war mir klar: Jesus hat dieses Gleichnis nicht auf einer Versammlung von Wirtschafts-kapitänen und Investmentbankern und auch nicht auf einer Koalitionsklausur  erzählt, sondern es steht im Matthäusevangelium. Das aber wendet sich an die junge Kirche im 1. Jahrhundert. Es ist also eine Geschichte für die Kirche, die Christen, auch für uns hier auf Teneriffa heute. 
Und dann sind wir auch gleich wieder beim Thema. Viele Leute meinen ja, in der Kirche gingen eh bald die Lichter aus. Da brennt nichts mehr, da qualmt es nur noch ein wenig. Große Krise! Und mancherorts wird  dieser Eindruck in der Tat erweckt. 
Andere machen die Erfahrung eines kurzen Aufflackerns, eines Strohfeuers, das schnell in die Höhe schießt, aber nicht von Dauer ist, eben nicht nachhaltig. Fehlt es an Klugheit? Hat die Torheit um sich gegriffen? Und was ist eigentlich Klugheit – und was ist Torheit? 
Beiden ist eigen, dass sie nicht vor Müdigkeit bewahrt werden, so erfahren wir im Gleichnis. Alle zehn Jungfrauen schlafen ja ein, die klugen wie die törichten. Auch die Klugheit kann nicht immer hellwach sein. Sie weiß um die menschlichen Schwächen. Wenn der schnelle Erfolg ausbleibt, kann sie schon müde werden.  Aber wenn es darauf ankommt, dann ist sie hellwach, muss sie sich nicht erst lange besinnen, auch nicht nach dem nötigen Handwerkszeug suchen. Sie hat sich für den Ernstfall präpariert. Das nun benötigte Instrumentarium liegt stets in Reichweite. Die Lampen sind mit Öl gefüllt gewesen und haben die Zeit des Wartens auch noch mit gut mit Licht gefüllt. Und vor allem: die Ersatzkannen stehen bereit. Es kann losgehen. Der Tag der Entscheidung ist gekommen. Mag die Wegstrecke auch lang sein. Die Energie reicht aus. 
Die ist auch nicht mit kurzlebigen Events verpulvert worden, die gibt es bei Kirchen`s ja gelegentlich auch.
Die hat man sich auch nicht einfach von anderen nehmen lassen. Nicht von irgendwelchen religiösen Modeerscheinungen.
Die hat die Kirche auch nicht in alle möglichen Strukturanpassungsmaßnahmen mit einer Vielzahl von Gremien, Lenkungsgruppen und Fachausschüssen verpulvert. 
Was aber ist ihre typische Energie, die ihrer Identität entspricht?
Die Energie der Kirche ist das Wort des lebendigen Christus, der
alles Kaputte heilt – alles Verlorene rettet – alle Schuld vergibt und den Tod zum Tor des Lebens gemacht hat. Am Ende der Zeit lässt sie eine neue Welt anbrechen. 
Das ist die Energie der Kirche, die Kraft Gottes, die er an sie verschenkt und die den Geist zu neuer Kreativität begeistert. Sie lässt Durststrecken überstehen. Und am Ende wird das Mahl der Gerechtigkeit und des Friedens mit allen, die gekommen sind aus dem Norden und dem Süden, dem Osten und dem Westen, an einem Tisch beim Festmahl einer geheilten Welt gefeiert. 
Darauf  zu vertrauen, liebe Gemeinde, das ist Klugheit. Den mächtig ohnmächtigen Heilsbringern in Politik und globaler Wirtschaft zu vertrauen, dass sie die Welt heilen können – das ist Torheit. Wenn sie das Schlimmste zu verhindern wissen, dann sind sie schon gut gewesen. Und nicht mehr zu versprechen, das ist auch Klugheit. Mehr darf von ihnen auch nicht erwartet werden, denn die Herren – und auch die Damen – dieser Welt gehen, unser Herr Jesus Christus aber kommt. 
Ein Wort zu den törichten Jungfrauen muss noch gesagt werden. Sie sind ja vom selben Ursprung wie die klugen. Sie sind ebenfalls mit unterwegs, dem Bräutigam entgegen, hin zu seinem großen Festmahl. Ihre Anfangsenergie ist ja auch die der  klugen gleich. Sie brennen, geben Licht – so wie es dem Wesen und Auftrag der Christenheit entspricht. Eines jedoch fehlt ihnen zur Klugheit.
Sie überschlagen die Kosten nicht genau. Sie kalkulieren ihre Anfälligkeit zur Schwäche und Müdigkeit nicht ein. Sie tun so, als würde das, was sie im Moment haben, schon reichen. Es wird schon gut gehen – so denken und handeln sie. Fast fällt mir einer der dümmsten Sprüche ein, den ich jemals von einer früheren Moderatorin gehört habe: Alles wird gut. Das wird es eben nicht, ganz und gar nicht. Weil sie es vielleicht geglaubt haben, bleiben 50 % auf der Strecke. 5 von 10 erreichen das Ziel nicht. Stehen am Ende vor verschlossenen Türen. 
Das ist ein ernst zu nehmender Aspekt unseres Gleichnisses. Neben der Ermutigung zu klugem Umgang mit der von Gott geschenkten Energie steht die ernste Ermahnung, nicht leichtfertig unterwegs zu sein. Es könnte schief gehen.
Der heutige Ewigkeitssonntag am Ende des Kirchenjahres hat neben dem Aspekt der Überwindung des Todes durch den lebendigen Christus eben auch den mahnenden, der uns in die Verantwortung vor Gott stellt: 
Wie seid ihr mit den geschenkten Gaben umgegangen?
Habt ihr Euch das Anvertraue verantwortlich eingeteilt?
Seid ihr euch auch bewusst, dass am Ende des Lebens und der Zeit der Ernstfall eintritt und das Leben auf dem Prüfstand steht? 
Es geht nicht einfach mit Glanz und Gloria hinein in Gottes Ewigkeit.
Der Weg dahin ist oft mühsam. Der Zweifel kann dem Glauben schwer zusetzen. Der Geist der Zeit kann die Begeisterung durch Gottes Geist erlahmen lassen. 
Beide Möglichkeiten hat uns das Gleichnis Jesu nun aufgezeigt: Klugheit oder Torheit – das ist die Frage. Jede und jeder von uns mag sich fragen, auf welcher Seite wir stehen.
Die geistliche Ölkrise, die die brennende Begeisterung für die Sache Jesu Christi in dieser Welt zum Erlöschen bringen kann, möge uns erspart bleiben. Lasst uns um Klugheit ringen und beten, am Ende dieses Kirchenjahres besonders, aber auch an jedem Tag der kommt.
Amen

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Erstellt am: 26.11.2013 11:01 Uhr

Predigt am Christkönigssonntag 2013 (24.11.)

Lesung: 2 Sam 5, 1-3 / Evangelium: Lk 23, 35-43
Schwestern und Brüder!
Denken auch Sie mitunter gerne an die Tage Ihrer Kindheit zurück? Manches, was man da so allein oder auch mit anderen erlebt hat, ist einem oft nachhaltig in Erinnerung. Bei uns war es so, dass wir – bevor so die Zeit des Winnetou und Old-Shatterhand-Spielens begann – dass wir da meistens Märchen nachgespielt haben. Ein toller Zeitvertreib, der im Kindergarten häufig seinen Anfang nahm und dann mit den Nachbarskindern zu Hause fortgesetzt wurde. Da reichte oft schon eine Wolldecke als königlicher Mantel, ein alter Hut meines Vaters als Krone und ein ausrangierter Kochlöffel als sogenanntes königliches Zepter. Ja und so waren wir Kinder dann ganz ernst und feierlich bei der Sache, während die Omas und Opas aus der Nachbarschaft, die uns oft zusahen oder vielleicht auch belauschten, sicherlich insgeheim über unsere Aktivität oder auch Naivität gelächelt haben.
Was solche Gedanken mit dem heutigen Fest zu tun haben? Mir wurden sie wieder bewusst, weil ich mir dachte: So wie wir damals wohl häufig genug lächerlich gewirkt haben, so hat wohl auch Jesus auf viele mehr als lächerlich gewirkt, wie er da so in Jerusalem eingezogen ist. Er, der für sich den Anspruch hatte ein König zu sein, kam nicht auf einem glänzenden Wagen und zu einem schmucken Pferd hat es auch nicht gereicht. Ein Esel war sein Fortbewegungsmittel und anstelle von Fahnen und Standarten wurden Palmzweige geschwenkt; der rote Teppich wurde durch die Lumpen der Bettler ersetzt und die obligatorische Musikkapelle durch das Geschrei der Kinder. Dass Jesus dann vor dem römischen Statthalter noch einmal dezidiert bekräftigt hat: „Ja, ich bin ein König!“, das muss den Führern des jüdischen Volkes mehr als peinlich gewesen sein. Sicherlich: den Römern war dies letztlich gleichgültig. Sie haben Jesus als König verhöhnt und sein Kreuz mit einem entsprechenden Schild versehen. Aller Protest der jüdischen Autoritäten war umsonst, denn Pilatus ließ sich diesbezüglich nicht mehr umstimmen: „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.“ Damit wollte er die ganze Nation verspotten und zeigen, welch jämmerlicher Kerl ihr König, ihr Messias doch ist. Das aber hatte Wirkung – damals genauso wie heute. Viele, die am Kreuz vorbeikamen, ließen ihrem Spott freien Lauf – und wenn wir ehrlich sind, dann ist es bei manchen so geblieben bis auf den heutigen Tag.
Genau das ist aber auch der Grund, weshalb sich der Gekreuzigte von Anfang an als ein riesiges Problem bei der Verkündigung der christlichen Botschaft erwiesen hat. Die Kunde von der Auferstehung – welche uns heutzutage oft vor ein Problem stellt und ja auch durchaus Christen oft zweifeln lässt, wenn man den Umfragen dazu Glauben schenken mag – diese Kunde war für die Menschen damals lange nicht so anstößig wie sein Sterben am Kreuz. Zwar gab es einen solchen Glauben an die Auferstehung auch nicht alle Tage, aber wenn schon einer der Sohn Gottes ist, dann ist das doch durchaus im Bereich des Möglichen, dass er wieder aufersteht. Unvorstellbar dagegen war, dass ein Sohn Gottes am Schandpfahl eines Kreuzes ohnmächtig verblutet. Nein – ein Sohn Gottes, der muss die Macht haben, vom Kreuz herunter zu steigen, seine Macht zu zeigen und sich nicht einfach in sein Schicksal zu ergeben. Doch genau das ist eben nicht passiert.
Lukas schildert uns in seinen Zeilen überaus anschaulich, wie sehr sich die Geister am Gekreuzigten scheiden. Dabei bedient er sich der beiden Verbrecher, die links und rechts von Jesus aufgehängt wurden. Diese beiden zeigen mehr als deutlich: Ablehnung auf der einen und Zustimmung auf der anderen Seite. Ja, ich möchte behaupten, diese beiden stehen stellvertretend für alle Menschen, die dem Gekreuzigten bislang begegneten und noch begegnen werden. Für die einen wird er immer Anlass zu bitterem Spott, für andere Motivation zum mutigen Bekenntnis sein.
Dabei laufen wir, die wir uns auf der Seite der Bekennenden wähnen, immer auch Gefahr, die Spötter schnell und voreilig zu verurteilen. Aber ich muss ihnen sagen, ich kann durchaus verstehen, wenn ein schwerkranker oder gequälter Mensch zu Jesus sagt: „Wenn du der Messias bist, dann hilf doch dir und hilf auch mir. Was bitte schön hilft mir denn ein Gottessohn, der ohnmächtig ist, der mich zugrunde gehen lässt?“ Und ich spüre aus einer solchen Aussage nicht nur Spott, sondern tiefe Verzweiflung. Ja, an diesem ohnmächtigen Christus, da ärgern sich Menschen bis auf den heutigen Tag. Ein Jugendlicher hat es mal drastisch mit folgenden Worten formuliert: „Der tut doch nichts. Ich aber brauch einen, der mir aus meinem Schlamassel heraushilft.“ Nicht jeder würde es vielleicht so in Worte fassen. Aber ich denke, dass vielen Menschen solche Gedanken nicht fremd sind, und das sind häufig genug nicht nur die sogenannten „Kirchenfernstehenden“. Auch Menschen, die sehr viel beten, sich mit ihrem Glauben auseinandersetzen und sich für andere einsetzen fragen natürlich mitunter: „Was soll das alles, wenn sich doch nichts ändert? Von diesem Gott der Liebe, den Jesus gepredigt hat, ist nicht viel zu spüren und schon gar nichts zu sehen. Er lässt allem seinen Lauf und bleibt stumm und verborgen.“
Verstehen kann ich solche Gedanken mehr als gut. Aber als befreiend empfinde ich, wie der andere Mitgekreuzigte sich verhält. Er tritt nicht mit Forderungen an Jesus heran, sondern geht in sich. Er stellt für sich fest: „Ich habe mir das Kreuz aufgrund meiner Verbrechen selbst zuzuschreiben. Aber bei diesem hier, da wird die Liebe gekreuzigt.“ Dieser Mann sieht sich, wie er ist – und er fängt an, die Stärke, die Belastbarkeit und das Durchhaltevermögen der Liebe Jesu zu begreifen. Er spürt diese andere Macht und bittet: „Denk an mich, wenn du mit deiner Königsmacht kommst!“ Sicherlich: Dieser Mann stirbt auch. Es gibt für ihn keine Befreiung vom Kreuz, kein wunderbares Eingreifen des Himmels. Er stirbt nicht mit weniger Schmerzen als sein Komplize – und dennoch sind die beiden in diesem Moment so weit voneinander entfernt, wie Nord- und Südpol oder auch wie Ablehnung, Hass und Bitterkeit vom Frieden nur getrennt sein können.
Jesus sagt: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!“ Heute noch meint: In dieser Stunde, mit deinem Tod, da beginnt das Paradies. Da bist du bei mir und du wirst erkennen, dass dein Leben nicht umsonst war. Auch wenn deine letzten Jahre einem Scherbenhaufen geglichen haben und obwohl du jetzt nur noch wenige Minuten zu leben hast. Nicht die Verzweiflung hat für dich das letzte Wort, sondern der Friede. Und genau diesen Frieden hat er in dem neben sich gekreuzigten Jesus gefunden. Er spürt bei ihm deutlich, wie sehr seine Botschaft und sein Leben identisch sind und dass er selbst im Angesicht des Todes noch ein gutes Wort für andere hat.
Für mich sind die beiden Verbrecher, die mit Jesus gekreuzigt wurden, unsere Brüder. Und zwar so gesehen, dass niemand von uns ohne Schuld ist und niemandem das Kreuz in irgendeiner Form erspart bleibt. Aber die Macht des Christkönigs Jesus erweist sich nicht daran, dass er von diesem Kreuz befreit, sondern dass er sich solidarisch helfend und zärtlich liebend den Menschen zuwendet, Schuld vergibt und so in einem kurzen Augenblick das ganze lange und oft leidvolle Leben sinnvoll machen kann. Durch diesen Christus König wird mir bewusst: Nur eine auch in Demütigung und Spott durchgehaltene Liebe, kann diese Welt tatsächlich verändern. Nur eine Hoffnung, die auch in aussichtslosen Situationen auf Gott setzt, hilft schlussendlich weiter. Nur einer, der sich schwach zeigen und Schwächen zugeben kann, ist wirklich stark und nur die Liebe, die in der Ohnmacht Liebe bleibt und eben nicht in Hass umschlägt, ist wirklich mächtig.
So ist diese Königsherrschaft Jesu immer auch eine immense Herausforderung an uns – seine Kirche. Unsere Kirche – wir – besitzen viele Gesichter: traurige, lachende, verstaubte, mächtige und liebevolle. Mit der mächtigen, der triumphierenden Kirche tue ich mir schwer, wenn ich an Christus, den König denke. Wenn ich auf ihn schaue, dann ist mir die Kirche sympathischer, die von unten kommt; die sich oft schwer tut und nur mühsam Antworten findet auf die drängenden Fragen der Zeit; eine Kirche, die den Menschen nachgeht und ihnen entgegenkommt; eine Kirche, die versucht für die Menschen da zu sein, die niemanden abschiebt oder ausschließt; eine Kirche, die auch um ihre Begrenztheit und um ihre Schwachheit weiß.
Aber zu einer solchen Kirche werden – genau so wie zu dem Gekreuzigten – wohl manche sagen: „Darauf kann ich verzichten! Das ist nicht mein Ding!“ Nur: Ich denke, dass all jene das wahre Leben finden, die auf jegliche Macht verzichten und dem Königtum der Liebe tatsächlich eine Chance geben. Denn Macht ist vergänglich – aber die Liebe bleibt – für immer. Amen.

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Erstellt am: 25.11.2013 15:06 Uhr

Esskastanien und Süßkartoffeln in Arafo

Der Herbst schmeckt nach Kastanien und Süsskartoffeln, als Beilage zu den Sardinen von San Andrés oder zu einem guten Stockfisch, süß und schön warm… Die besonderen Bedingungen der Agrarumwelt vom Valle de Güímar produzieren Süßkartoffeln der besten Qualität während des ganzen Jahres und Esskastanien in den Monaten Oktober und November. Lasse dich von der gastronomischen Messe von Arafo überraschen, die diesen Referenzerzeugnissen unserer Esskultur gewidmet ist.

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Erstellt am: 25.11.2013 14:55 Uhr