Zündfunke, 03.12.13

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Guten Morgen liebe Schwestern und Brüder!
Es gibt Dinge, bei denen ich mich schwerlich zurückhalten kann, weil ich von ihnen nicht genug bekommen kann. Zum Beispiel von Plätzchen. Jetzt, im Advent, gibt es sie wieder. Wie alle Jahre. Plätzchen! Allein schon dieser Duft!
Ich weiß noch, wie schwer wir uns am Anfang unseres Hierseins getan haben: Plätzchen backen in der kurzen Hose!! Aber irgendwie wäre es nicht fühlbare Adventszeit gewesen, wenn wir darauf verzichtet hätten. Allein schon der Duft von Zimt, Koriander, Vanille … es zieht einen magisch in die Küche und an den Herd, wenn dieser Geruch durchs Haus zieht.
Warum, so habe ich mich immer gefragt, warum gibt es eigentlich vor Weihnachten so viele Plätzchen und Süßigkeiten? Früher war der Advent schließlich eine Fastenzeit und in
der Fastenzeit sich befinden hieß allemal: auf Fleisch verzichten, auf  Eier und überhaupt auf alles, was lecker, knusprig und fettig ist. Was übrig blieb, was also erlaubt war früher, das waren Brot und Früchte. Oftmals gezuckerte und getrocknete Früchte. Und die hat man dann zu einem Teig verarbeitet – also das Mehl und die Früchte –, und herausgekommen ist: das Früchtebrot. Ich sage es hier ehrlich. Das ist nicht mein Ding. Aber ich muss gestehen: Das Früchtebrot ist die Urform der adventlichen bzw. weihnachtlichen Plätzchen.
Ist doch kaum zu glauben, gell? Die Plätzchen waren ursprünglich eine Fastenspeise! Und damit hat man sich vorbereitet: auf die Begegnung mit Gott. Denn: Wer Gott empfängt, der soll nicht voll sein bis obenhin, sondern leer, offen, erwartungsvoll. Der soll Platz haben für den, der da kommt. So war das gedacht mit der Fastenspeise, den Plätzchen.
Was mich angeht… ich kann mich mit dieser köstlichen Weiterentwicklung der Fastenspeise – also: mit den Plätzchen – sehr gut darauf vorbereiten, dass Gott zu uns kommen will.
Denn: Wenn ich in den herrlichen Plätzchen schwelge, dann ist es, als ob Gott schon ein bisschen da ist: Plätzchen sind nämlich mit viel Zeit und Liebe gebacken. Da kann man sich förmlich die Liebe Gottes auf der Zunge zergehen lassen. Wenn wir uns gegenseitig die Plätzchen dann schenken – was ja weithin ein schöner Brauch ist – dann ist das schon fast wie ein Widerschein der Liebe Gottes: Gott kommt und beschenkt uns. Und das tut unendlich gut.

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Erstellt am: 04.12.2013 12:06 Uhr

Zündfunke, 02.12.13

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Gestern hat sie wieder angefangen – die Advents- oder auch Vorweihnachtszeit. In kaum einer anderen Zeit des Jahres fühle ich mich den Erinnerungen an meine Kinderzeit so nah wie in diesen Tagen. Ja, mitunter spüre ich noch hautnah die Vorfreude, die wir als Kinder in dieser Zeit immer hatten: Ab dem ersten Advent warteten wir auf das Christkind; fieberten ihm von Tag zu Tag entgegen: etwas Großem und Besonderen. Advent, das war: Jeden Tag eine neue Entdeckung, jeden Tag eine Begegnung.
Und es gab viele schöne Entdeckungen in diesen Tagen: Da waren die Erzählungen und biblische Geschichten, die uns Tag für Tag begleitet haben: Die Geschichte von Johannes dem Täufer, der – im Gefängnis sitzend – auf Jesus wartet und nach ihm fragt: „Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Oder die Geschichte von Zacharias, der so wundervoll singt: „Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen“; und schließlich die Erzählung von der Ankündigung der Geburt Jesu, in der der Satz steht: „Und das Kind hüpfte in ihrem Leib.“ Ich glaube, wir hüpften als Kinder mit, angesteckt von dieser Freude.
Mit all diesen Geschichten verbinde ich bis heute Frieden und Geborgenheit! Gott wird als Kind geboren wie wir. Ich kann mich ihm anvertrauen: Schütte meine Sorgen vor ihm aus und teile mit ihm meine Freude. Damals setzten wir Kinder uns zusammen und haben quasi als Willkommensgeschenk Plätzchen gebacken. Das Kind sollte doch mit Liebe von uns empfangen werden und sollte auch was zu essen haben. Und natürlich haben wir auch die Windeln bereit gelegt, denn in der Christnacht heißt es ja später: „Und sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe.“
So erinnere ich mich noch heute an die Adventszeit meiner Kinderzeit. Wach geblieben sind aber auch noch die Hoffnungen und Verheißungen: Es wird einer kommen, der wird uns mitten im Herzen berühren. Er wird klein und schutzbedürftig sein wie ein Kind und dennoch alles umwenden: Er wird Frieden bringen und Gerechtigkeit und Freiheit. Und er wird dazu helfen, dass wir uns als Menschen in Liebe begegnen.
Zum Advent gehört deshalb, dass wir uns diese Geschichten und Verheißungen erzählen.
Die Vorweihnachtserinnerungen sind wohl deswegen so schön, weil da alle mitmachen.
Glaube ist keine Privatsache, sondern sichtbar und erlebbar in allen Straßen und Häusern.
Hoffnung ist für uns alle da!

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Erstellt am: 02.12.2013 11:44 Uhr

Weihnachtsprogramm 2013

Hier finden Sie das aktuelle Weihnachtsprogramm von Puerto de la Cruz, als PDF zum Download.

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Erstellt am: 02.12.2013 11:18 Uhr

Predigt zum 1. Advent 2013 (01.12.)

L I: Jes 2, 1-5 / Ev.: Mt 24, 37-44 (Kf)
Schwestern und Brüder!
(Schweigen) Diese Stille passt Ihnen nicht wirklich – stimmt‘s? Sie warten auf etwas. Aber worauf eigentlich? Dass wir endlich wieder die altvertrauten Adventslieder singen und in vorweihnachtlichen Emotionen schwelgen? Dass ich Ihnen was Kluges zum Advent sage oder Ihnen ein paar wohltuende Gedanken mit auf den Weg in diese Vorweihnachtszeit gebe? Warten, das spüren wir nicht nur in so Momenten der Stille, das ist mitunter etwas überaus lästiges, nervtötendes und macht mitunter unsagbar ungeduldig. Dabei müssen wir Menschen ja ständig warten. Gar nicht auszudenken, wie viel Stunden tagtäglich auf dieser Erde „verwartet“ werden. Doch ich kann Sie beruhigen. Mir geht es da kein Haar anders als wohl den meisten von Ihnen. Auch ich tue mich immens schwer mit dem Warten und vielleicht ist das sogar der Punkt, an dem ich mich immer wieder neu einüben und Geduld bei mir selber anmahnen muss. Gelegenheit dazu gibt es wahrhaft genügend:
Da hat sich z.B. jemand um 11 Uhr vormittags zum Gespräch angesagt. Es wird 11.10 Uhr – keine telefonische Absage; es wird 11.20 Uhr – nichts – aber: kurz vor halb zwölf kommt besagte Person bestens gelaunt, wundert sich wahrscheinlich weil ich mit einem dicken Hals kurz angebunden bin und hält es noch nicht mal für nötig, diese knapp halbstündige Verspätung auch nur zu erwähnen geschweige denn, sich dafür zu entschuldigen. Dass ich mich bei einem solchen Gespräch zuerst neu finden, innerlich beruhigen und sammeln muss, das brauch ich wohl nicht extra zu erwähnen.
Oder nehmen wir den Gang zur Post, zur Bank oder auch mal zu einer Behörde. Ich mach mich rechtzeitig auf den Weg, in der Hoffnung einer der ersten am Schalter zu sein. Dann beginnt die Parkplatzsuche. Endlich fündig geworden freu ich mich darauf, das Ganze schnell abhaken zu können. Denkste! Zuerst einmal Kärtchen ziehen und warten, obwohl überhaupt keine andere Person weit und breit zu sehen ist. Also: Ich warte und warte – und wundere mich, dass mir nicht der Kragen platzt. Aber man gewöhnt sich ja an vieles; und die Titel, die mir währenddessen für die überaus motivierten Bediensteten einfallen und durch den Kopf gehen, die spreche ich besser nicht laut aus, denn sonst könnte ich wahrscheinlich in einem solchen Moment auf der Stelle kehrt machen.
Diese Beispiele ließen sich jetzt beliebig fortsetzen, und vieles davon kommt ihnen wahrscheinlich auch mehr als vertraut vor: Z.B. die endlose Zeit im Wartezimmer eines Arztes; das Warten auf den Morgen in schlaflosen Nächten; die Ungeduld, bis die Post die bestellte Ware bringt; manchmal auch das Hin- und Herrutschen auf der Kirchenbank, weil der Prediger da vorne mal wieder kein Ende findet usw. Warten – ich glaube das empfinden viele von uns so – macht wirklich keinen Spaß, sondern kann manchmal eine richtige Tortur sein. Und weshalb? Weil es für unser Empfinden vertane Zeit ist, die wir da opfern. Oder um es mit einem uns vertrauten Bild zu sagen: Wartezeit ist eine Zeit, in der wir uns oft im Kreis drehen wie ein Flugzeug, das über dem Flughafen Warteschleifen dreht, bis es endlich landen kann. Außer unnötigen Abgasen kommt dabei aber nichts heraus. Genau deshalb ist es aber auch kein Wunder, dass wir das Warten vermeiden wollen, wo immer uns dies möglich ist.
Wer jetzt allerdings behauptet, dass dies eine typische Zeiterscheinung sei und die Menschen heute einfach nicht mehr Warten könnten, dem halte ich entgegen: Das war schon immer so. Zumindest erging es den Leuten zur Zeit des Evangelisten Matthäus kein Haar anders, wie es uns das heutige Evangelium deutlich macht. Worum ging es damals? Jesus hatte allem Anschein nach erwartet, dass der „Tag des letzten Gerichts“, schon bald anbrechen würde. Wer das Evangelium aufmerksam liest, stößt da auf einige Stellen, die nämlich genau das belegen. So heißt es z.B. im 16. Kapitel: „Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.“
Natürlich waren auch die Freundinnen und Freunde Jesu von dieser „Naherwartung“ überzeugt, genauso übrigens wie auch der „Völkerapostel“ Paulus. Deshalb war es eigentlich nur logisch und konsequent, dass viele genau aus dieser Stimmung heraus ihr „Hab und Gut“ verkauften, um sich durch Armenspenden rechtzeitig den Himmel zu sichern. Und: es ist dann letztlich auch nur konsequent, in einer solchen Situation auf Trauungen oder das Zeugen von Kindern zu verzichten, wie Paulus es im 1. Korintherbrief den Menschen rät.
Nun gab es bei dieser ganzen Entwicklung allerdings einen großen Haken. Das Ende der Welt blieb nämlich aus; Jesus kam nicht wieder und vom „Tag Jahwes“, vom Endgericht, war weit und breit keine Spur! Sie erinnern sich: Als Matthäus sein Evangelium niederschrieb waren gut 50, 60 Jahre seit Jesu Tod und Auferstehung vergangen. Keinem Menschen kann man ein solch langes Warten zumuten, zumal ja auch die Lebenserwartung der Menschen damals weitaus geringer war als dies heute der Fall ist. Von daher ist es verständlich, dass der Gedanke an den Tag „X“, die baldige Wiederkehr Jesu in den Gemeinden der Matthäuszeit immer mehr und mehr verblasste. Sorglosigkeit machte sich breit – vergleichbar mit einer Schule, an der der angekündigte Schulratsbesuch, der schon seit Wochen angekündigt war, immer noch auf sich warten lässt. Kollegin Y, die zu diesem Anlass wirklich gute Schulstunden vorbereitet hat, verfällt langsam wieder in ihren alten Trott und die älteren Schüler erscheinen allmählich auch wieder unpünktlich zum Unterricht. Mit einem Wort: Es läuft alles wieder seinen
gewohnten Gang.
Der Seelsorger Matthäus möchte aber genau diesem Empfinden der Menschen damals und heute entgegenwirken. Ihm geht es darum deutlich zu machen, dass Menschen anscheinend mitten am Tag schlafen, obwohl sie doch rein körperlich wach sind; essen, trinken. Vielleicht ist es ihnen ja auch schon so ergangen, dass Sie hinter dem Lenkrad Ihres Autos saßen und irgendwie nicht so recht bei der Sache waren – und schwupp wurde die richtige Ausfahrt verschlafen oder Sie haben Bekanntschaft mit dem Straßengraben gemacht. So was gibt es immer wieder und das nicht nur beim Autofahren. „Ach das hab ich gar nicht gesehen!“; „Das ist mir total entgangen!“, das sind typische Aussagen von uns, wenn wir mal wieder vor uns hingeträumt haben, anstatt wirklich aufmerksam und wach zu leben.
Die Palette dessen, was alles im Leben einschläft, wenn man nicht aufmerksam und wach für die Zeichen ist, die einen warnen oder eine Entscheidung verlangen, die ist schier unendlich. Da können einem eben nicht nur Hände und Füße einschlafen, sondern auch die Aufmerksamkeit dafür, was um einen herum passiert. Da kann die Liebe zum Partner oder zur Partnerin einschlafen oder auch der Glaube selig und sanft entschlummern. Nur – eine selige Sache ist das dann nicht, sondern wie die Tage des Noah beweisen, eine höchst gefährliche und lebensbedrohliche Sache. Mensch, wach doch auf! Merkst du denn nicht, wo das alles hinläuft? Das ist für mich ein sehr adventlicher Ruf. Denn wer einfach so vor sich hinlebt oder sich so durchs Leben „wurschtelt“, der verschläft eben nicht nur die Stunde, in der Christus zu ihm kommt, sondern über den geht schließlich das gesamte Leben hinweg wie eine Flutwelle, die alles nur verschlingt. Leben ist doch nicht etwas, das automatisch und garantiert gelingt. Nein, es bedarf viel-mehr der Aufmerksamkeit für die Zeichen der Zeit; es bedarf eines wachen, adventlichen Menschen, damit wir Christus wahrnehmen, der uns oft ganz
unscheinbar, aber der uns täglich begegnen kann.
So wie Matthäus auf diese Art und Weise seine des Wartens müde gewordene Gemeinde wachrütteln will, so will er auch uns heute mit dieser Botschaft wachrütteln. Denn allzu langes Warten – das wissen wir aus eigener Erfahrung – schläfert ein. Man entwickelt dann Verdrängungsstrategien; lullt sich ein in falsche Sicherheit und Pseudo-Lebensinhalte und verdrängt so die wahre Suche nach dem Sinn des Lebens; und eine gewisse Sorglosigkeit und Unbekümmertheit macht sich breit und man begnügt sich mit dem, was vergänglich ist. Könnte es denn nicht sein, dass täglich, ja stündlich der Tag „X“ hereinbrechen kann – nicht so sehr für die ganze Erde, aber doch vielleicht für mich ganz persönlich? Eine falsche Lenkbewegung am Steuer, eine kleine Nachlässigkeit am Arbeitsplatz, das Verdrängen von Gesundheitsproblemen, eine kleine Krebsgeschwulst…
Ich möchte niemandem Angst machen – beim besten Willen nicht. Wer mich kennt weiß, dass mir solche Gedanken fremd sind. Schon allein deshalb, weil viele in unserer Kirche dies jahrhundertelang getan haben und ich keinesfalls in diese Fußstapfen treten will. Aber: eine erhöhte Wachsamkeit und ein tiefes Vertrauen in die unendliche Liebe Gottes, das gehört für mich beides untrennbar zusammen und beides erfordert von mir – von uns allen – ein geduldiges, ein vertrauendes, aber auch ein beharrliches Warten.
Advent – nur eine hektische Vorbereitungszeit auf das grandiose Fest – oder vielmehr eine Lebensaufgabe, damit mir das Ziel und die Vollendung meines Lebens nicht aus den Augen gerät? Wir haben die Wahl – vielleicht nutzen uns ja die kommenden Tage, uns ganz bewusst zu entscheiden.

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Erstellt am: 02.12.2013 11:05 Uhr

Zündfunke, 01.12.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, deutschsprachige katholische Gemeinde, Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen 1. Adventssonntag, liebe Schwestern und Brüder!
Advent heißt Ankunft: Gott will in die Welt kommen. Aber sozusagen inkognito: als Kind. So, dass man ihn nicht gleich erkennt.
Gott kommt! und bringt Frieden auf Erden. Großartig! Aber wir wissen aus Erfahrung, dass bislang noch nicht so viel geschehen ist in Sachen Frieden, und immer dann, wenn wir meinen, jetzt haben wir`s, ein neuer Rückschlag droht. Noch ist kein Friede auf der Welt, trotz so vieler Weihnachten.
Kommt Gott also doch nicht? Bleibt er weg? Die Enttäuschung ist verständlich,
Erich Kästner hat das in einem kleinen Gedicht so ausgedrückt; Bahnhofsvierzeiler heißt es:
“Jeden Abend stand er an der Sperre, ein armer, alter, gebeugter Mann.
Er hoffte, dass einmal Gott ankäme! Es kamen immer nur Menschen an.“
Die Enttäuschung hat den Mann geprägt, alt und gebeugt kommt er daher, viele Jahre schon, zu dieser Sperre am Bahnsteig, um die Ankommenden zu betrachten: Kommt Gott heute? Ach nein, wieder nur Menschen…
Aber genau das ist die Botschaft von Weihnachten: Gott kommt als Mensch! Ich gebe zu, das ist schon ein wenig enttäuschend. Auch im Ergebnis. Irgendwie nicht so bombastisch, feierlich, festlich, wie unsere Weihnachtsfeste. Der Gott, der an Weihnachten kommt, ist nicht der große Superheld und Staatenlenker, der alle Probleme im Nu löst. Gott wurde – ganz unspektakulär ein Kind, wuchs heran und zog als Erwachsener mit einigen Freunden und Freundinnen durchs Land, heilte Kranke, diskutierte theologische Fragen mit den Pharisäern und lehrte seine Freunde Entscheidendes über Gott und die Welt. Die Anfänge waren klein, und die Kirche, die sein Werk dann weitergeführt hat, hat auch nicht immer in seinem Sinne gehandelt.
Deswegen noch einmal: Wo kommt Gott in die Welt – gerade heute? Die Antwort ist unspektakulär, heute wie damals: Gott kommt in Gestalt von Menschen. Deshalb halte ich meine Augen offen und schaue mir die Menschen an, wie der alte Mann in Kästners kleinem Gedicht; ich sehe: was tun die Leute, wie verbreiten sie etwas von Gottes Liebe in der Welt, wie Jesus das damals getan hat? Wo hören Menschen auf, sich zu hassen? Wo versuchen Familien in Achtung und Respekt miteinander umzugehen und in Würde Konflikte zu lösen? Überall in solchen Begebenheiten kann ich etwas Göttliches entdecken, etwas Göttliches, das in Gestalt von Menschen in die Welt kommt. Nicht nur an Weihnachten und im Advent. Sondern das ganze Jahr über.

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Erstellt am: 02.12.2013 11:02 Uhr

Zündfunke, 30.11.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, deutschsprachige katholische Gemeinde, Puerto de la Cruz
Guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
„Was habe ich bloß getan? Wofür werde ich bestraft?“ – Immer wieder begegne ich Menschen, die sich Fragen wie diese stellen. Bei ihnen spüre ich oft Angst. Eine Angst vor Gott.
Ich halte die Angst vor Gott für eine der schlimmsten aller Ängste. Und da hat die Kirche in der Vergangenheit fleißig mitgeschürt. Die Älteren unter uns können davon ein Lied singen und sicher kein fröhliches.
Was für eine rabenschwarze Pädagogik der Angst steckt hinter einem Satz wie diesem: „Gott ist gerecht, weil er das Gute belohnt und das Böse bestraft, wie es ein jeder verdient.“ – Er steht im Katechismus, dem Glaubenslehrbuch der katholischen Kirche. Ich möchte nicht daran denken, wie viele Menschen durch solche Botschaften Gott mehr gefürchtet haben, als dass sie ihn geliebt haben. Und wie viele Menschen gestorben sind mit dem entsetzlichen Gefühl, einem strafenden Gott in die Hände zu fallen.
Was ist schief gegangen, wenn Menschen im Glauben nicht Trost und Halt finden, sondern Angst? Wer könnte ein Interesse daran haben, aus dem liebenden Schöpfergott einen furchterregenden Strafrichter zu machen? Vielleicht wollte so manche Obrigkeit Macht ausüben und die Gläubigen zu Gehorsam verpflichten?
Doch all diese Drohbotschaften und die daraus folgenden Ängste stehen in direktem Widerspruch zur Botschaft Jesu. Mit geradezu revolutionärer Kühnheit hat Jesus Schluss gemacht mit einem Gottesbild, das Angst macht. In Jesu Gottesbild ist nichts mehr, was Menschen bedroht und lähmt oder Schrecken verbreitet.
Wie ich Jesus verstehe, ist für ihn Gott eindeutig und bedingungslos Liebe, Liebe ohne Schatten. So hat Jesus seinen Gott erfahren. Das hat er gelehrt, in dem, was er gesagt und getan hat und wie er mit den Menschen umgegangen ist.
Mit seiner neuen Gotteserfahrung wollte Jesus für immer die schlimmste und folgenschwerste Angst aus den Herzen der Menschen nehmen, die Angst vor Gott. Ich möchte es mir immer wieder von Jesus sagen lassen – auch in schweren Zeiten: Fürchte dich nicht! Hab keine Angst! Ich bin bei dir!
So mancher könnte hier fragen: Ist ein solches Gottvertrauen nicht naiv, angesichts der Welt und der Religionen, wie sie nun mal sind? Ja, das kann man sehr wohl fragen, aber trotzdem: Bei allem, was mir unbegreiflich bleibt und was ich an Gott nicht verstehe, möchte ich doch dem Gott vertrauen, den ich durch Jesus kennengelernt habe und durch die, die ihm glaubhaft nachgefolgt sind. Er gibt mir die Hoffnung, dass wir nicht ins Bodenlose fallen, dass nicht alles sinnlos ist, sondern dass wir in Gott letztendlich gut aufgehoben und geborgen sind – in seiner neuen Welt.

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Erstellt am: 01.12.2013 13:31 Uhr

Zündfunke, 29.11.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, deutschsprachige katholische Gemeinde, Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Einer der bedeutendsten griechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, Nikos Kazantsakis war noch ein junger Mann, da interviewte er einen alten Mönch auf dem Berg Athos. Im Lauf des Gesprächs fragte er den Mönch: „Kämpfen Sie immer noch mit dem Teufel?“ „Nein. Schon lange nicht mehr“, sagte der alte Mönch. „Früher habe ich jeden Tag mit dem Teufel gekämpft, aber ich bin alt und müde geworden. Jetzt lassen wir uns gegenseitig in Ruhe“. „Ihr Leben ist also jetzt ganz leicht geworden“, fragte Kanzantzakis, „Sie haben keine inneren Kämpfe mehr auszutragen“? „Schön wäre es“, sagte der Mönch, „es ist noch viel schlimmer geworden. Denn jetzt kämpfe ich mit Gott“.
Kämpfe mit dem Teufel, Kämpfe mit Gott – also – kämpfen wir ein Leben lang? Worin aber unterschieden sich unsere Kämpfe dann? Für was steht der Kampf mit dem Teufel und auf der anderen Seite der Kampf mit Gott?
Ist es nicht so, dass wir uns in jungen Jahren mit dem Drang nach Besitz, Erfolg und Aufmerksamkeit oft genötigt fühlen, über die sprichwörtlichen „Leichen“ zu gehen. Jede erste Lebenshälfte ist ausgefüllt mit der Suche nach Identität, Sinn, Selbstachtung, Liebe, Verwurzelung und nach dem Einklang mit unserer Sexualität. Die Reise in unserer zweiten Lebenshälfte geht da doch etwas ruhiger und langsamer. Die Wellen schlagen dann nicht mehr ganz so hoch, wobei wir immer in unserem Leben auf eine stürmische See treffen können. Aber die ganz große Veränderung, so meine ich, ist die, dass wir ab der Mitte unseres Lebens mit all unseren Verwundungen und Narben, die wir in der ersten Hälfte unseres Lebens erhalten haben, die Kraft finden können, von genau diesen unseren Wunden, unseren Verletzungen und unserer Wut, Abschied zu nehmen. Und wir müssen wohl oder übel lernen, Abschied zu nehmen, Abschied von vielen Dingen, die wir nun nicht mehr können, Abschied von vielen uns wichtigen und geliebten Menschen. Und das erfordert ein Erlernen des Leisewerdens und des Lebens in der Stille. Dies alles in die Tat umzusetzen ist oft ein sehr schmerzlicher Vorgang und so gesehen, ist der Kampf mit Gott nun wirklich um einiges schwieriger als der Kampf mit dem Teufel.

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Erstellt am: 01.12.2013 13:29 Uhr

Forestal Park Teneriffa

Forestal Park ist der modernste und originellste Abenteuerpark der Kanarischen Inseln. Er bietet Aktivitäten, die Gesundheit und Wohlbefinden fördern und Freizeit und Sport auf ideale Weise verbinden. Dabei ist der Park für alle Arten von Teilnehmern geeignet. Ein neuartiges Konzept, inmitten einer überwältigen Naturlandschaft umgesetzt. Ein Abenteuerpark, der Sport und erlebte Natur verbindet: Spiele und Aktivitäten in den Baumwipfeln, verteilt auf Parcours mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Mit mehr als 90 Spielen im Hochseilgarten und 11 Seilrutschen bietet Forestal Park ein hohes Mass an Spiel, Spass und Emotionen. Gleichzeitig wird das Thema Sicherheit im Park grossgeschrieben.
Alle Teilnehmer sind und fühlen sich als Hauptakteure in den Attraktionen, die Interaktion könnte grösser nicht sein. Unser Parkpersonal geht engagiert und individuell auf die Bedürfnisse aller Teilnehmer ein. Sie sind das „menschliche Gesicht“ von Forestal Park.
Forestal Park liegt in dem Naherholungsgebiet Las Lagunetas, welches zu der Gemeinde El Rosario gehört. Der Park liegt inmitten des Nationalparks Parque Natural de la Corona Forestal, auf einer Höhe von 1380 Metern.
Der Park ist leicht zu erreichen, Sie müssen lediglich folgenden Hinweisen folgen:
Von der Autobahn TF-1 aus in Richtung La Laguna über die Autobahn TF-2.
Dann in Richtung La Laguna über die Autobahn TF-5.
Dann Ausfahrt 8B, Richtung La Esperanza, El Teide.
Im Kreisverkehr in Richtung TF-24 La Esperanza, El Teide.
Auf der TF-24 weiter bis zum Kilometer 16, Las Lagunetas.

Infos unter: http://www.forestalpark.com/tenerife/de/

Erstellt am: 29.11.2013 11:15 Uhr

Zündfunke, 28.11.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, deutschsprachige katholische Gemeinde, Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Der Schriftsteller T.S. Eliot sagt: „Das Zuhause ist unser Ausgangspunkt, aber wir können dort nie lange bleiben.“ Diesen Satz habe ich schon öfters gehört, aber erst in letzter Zeit hat er bei mir eine ganz neue Sichtweise bewirkt. Alle Jahre wieder, so könnten wir hier eigentlich auf der Insel bereits ab Ende September singen, wenn die sogenannten „Zugvögel“ wieder eintreffen. Menschen, die beschlossen haben, mindestens 2 Zuhause für sich in Anspruch zu nehmen. Aber geht das so einfach ein Zuhause gegen das andere einzutauschen, und sei es „nur“ wegen des Wetters? Ein Zuhause finden heißt nicht so sehr, das passende Haus, die richtige Stadt oder das einem angenehmste Klima zu entdecken. Das ist nur ein Teil der Suche, wenn auch nicht der Unwesentlichste. Ein Zuhause zu finden betrifft im Kern die Frage, ob wir einen anderen Menschen oder eine Gemeinschaft von Menschen finden, bei denen wir uns aufgehoben, warm und geborgen fühlen, wo wir ganz wir selbst sein können und wo wir uns sicher genug fühlen, unseren Glauben und unsere Gefühle auszudrücken. Unser Zuhause ist da, wo unser Herz ist. Und das muss nicht immer unmittelbar inmitten der Familie sein. Für Jesus ist die Familie auch nicht unbedingt durch Blutsbindung, durch gemeinsame Vorfahren und durch die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe gegeben. Als er einmal von einem Mann darauf aufmerksam gemacht wurde, dass seine Mutter, seine Brüder und Schwestern draußen nach ihm fragen, gab er folgende seltsame Antwort: „Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Schwestern und Brüder?“ Und er zeigte auf die Jünger um sich und sagte: „hier sind meine Mutter und meine Brüder. Jeder der den Willen Gottes tut, ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.“ Für Jesus ist demnach das Wasser der Taufe dicker und verbindlicher als die gemeinschaftlichen verwandtschaftlichen Bindungen. Nicht die Biologie, sondern der Glaube schafft eine Familie, die Bestand hat. Das ist Jesu Botschaft – und das ist der Auftrag, den die Kirchen in der Verkündigung von Ihm übernommen haben. Leider schafft es die Kirche als Institution nicht immer, eine solche von Jesus gestiftete Gemeinschaft in die Tat umzusetzen. Aber die meisten an der Basis versuchen es doch – und wollen den Menschen, die sich an sie wenden, ein Zuhause, eine Gemeinschaft ermöglichen. Allerdings braucht es dazu auch Menschen, die sich auf diese „NEUE FAMILIE“ einlassen, die in der Gemeinschaft der Glaubenden mitleben wollen. Nur mit aktiven Glaubenden ist eine solche von Jesus gestiftete Gemeinschaft lebbar! Ob, das nicht auch etwas für Sie wäre?

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Erstellt am: 28.11.2013 15:45 Uhr