Predigt zum 2. Advent 2013 (08.12.)

Lesung: Jes 11, 1-10 / Evangelium: Mt 3, 1-12
Schwestern und Brüder!
Der schwäbische Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski hat vor ein paar Jahren einen vielbeachteten Artikel im SPIEGEL unter der Überschrift herausgebracht: „Und Gott ist doch nicht tot!“ Dabei hat er die These vertreten, dass das Christentum zwischenzeitlich von einer heißen zu einer kalten Religion verkommen sei, die sich nur noch auf das Diesseitige des Lebens einlasse. Unter einer heißen Religion verstehe er aber „eine Religion, die auf eine Erlösung von dieser Welt setzt…Für die heiße Religion bedeutet nämlich ein In-dieser-Welt-Sein nichts anderes, als In-der-falschen-Veran-staltung-Sein. Deshalb ist das Herzstück einer heißen Religion eben auch die Erlösung von genau dieser Welt.“
Nun ist die zentrale Figur des heutigen Evangeliums, Johannes der Täufer, zweifellos der Vertreter einer solch „heißen Religion“ wie Safranski sie beschreibt. Denn in dieser merkwürdig schroffen und asketisch daherkommenden Gestalt, da tritt uns ein Mann entgegen, der spürt und der auch bis in die letzten Fasern seiner Existenz hinein erfahren hat: Mein Leben wird dann reich, wenn ich es bedingungslos Gott zur Verfügung stelle; wenn ich die Menschen daran erinnere, worauf es letztlich ankommt; wenn ich ganz die „Stimme“ meines Herrn bin. Genau so, wie ein Frank Sinatra wegen seiner dahin schmelzenden Stimme nur „the voice“ genannt wurde, so könnten wir auch Johannes den Täufer in etwa so charakterisieren: Er ist die adventliche Stimme schlechthin, von der es schon beim Propheten Jesaja heißt: „Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg!“ Nur weil Johannes diese Gottverbundenheit in sich trug und sie an andere weitergeben wollte, klang seine Bußpredigt so radikal und unerbittlich: „Ihr Schlangenbrut…“ Dazu noch das von ihm gebrauchte Bild, das einen selber trifft wie einen Hieb: „Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“
Allerdings missverstehen wir den Täufer ganz gewaltig, wenn wir in ihm nur den dreinschlagenden Bußprediger sehen, den unnachsichtigen Gerichtspropheten, dessen Ziel es einzig und allein ist, uns „die Hölle heiß zu machen“. Vielmehr kommen diese schrillen Töne aus dieser, seiner leidenschaftlichen Überzeugung heraus die besagt: Wir Menschen verfehlen unser Leben, es bleibt arm und wird krank, wenn wir uns nicht mit allen Konsequenzen für Gott entscheiden und ihm den ersten Platz in unserem Leben einräumen. Eine Moralpredigt in Vollendung. Nur, das wissen wir alle selbst, eine Moralpredigt allein, die bleibt zu sehr an der Oberfläche und bewirkt allenfalls ein schlechtes Gewissen – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wirklich verändern aber kann und tut sie nicht wirklich.
Deshalb finde ich es auch nicht gut, dass viele Christen das Evangelium nur als eine solch reine Moralpredigt verstehen. Ich halte das sogar für eine sehr gefährliche Schlagseite, eine Vereinseitigung, die leider Gottes lange genug von der Kirche selbst betrieben wurde und auch in so manchen Verlautbarungen bis auf den heutigen Tag zu beobachten ist. Wirklich wohltuend unterscheidet sich davon jetzt allerdings das apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus, welches er am 24. November zum Abschluss des „Jahres des Glaubens“ veröffentlicht hat. Es bringt eine ganz neue und andere Sichtweise ins Spiel, auf die ich später noch eingehen möchte. Aber deutlich wird für mich durch dieses Schreiben, dass Franziskus vielmehr auf die Sichtweise Jesu, als auf die des Täufers eingeht. Denn Jesus überbietet die Forderung des Johannes, in dem er nicht nur zur Umkehr, sondern zum Glauben aufruft: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“, wie es beim Evangelisten Markus heißt. Mit diesen Worten beginnt Jesus bei ihm sein öffentliches Wirken. Nun können natürlich manche zu Recht sagen: Aber Jesus predigt doch auch die Umkehr – und diese Erkenntnis ist alles andere als fasch. Nur: bei ihm ist diese Umkehr die Antwort des Menschenauf die Hinkehr, also die Hinwendung Gottes zu uns. Weil das Reich Gottes nahe ist; weil Gott sich längst auf den Weg zu uns Menschen gemacht hat, genau deshalb soll der Mensch bzw. kann der Mensch seinem Leben eine andere Richtung geben. Oder anders gesagt: Für Johannes ist die Umkehr die Voraussetzung dafür, dass Gott sich uns zuwendet; für Jesus dagegen ist die Umkehr die Konsequenz, die seine Jünger aus dem Glauben an die Nähe Gottes ziehen sollen. Das ist aber ein gewaltiger Unterschied – meinen Sie nicht auch?
Kommen wir aber noch einmal auf den eingangs erwähnten Vorwurf des Philosophen Safranski zurück, dass das Christentum eine kalte Religion geworden sei, weil es sich nur noch um das diesseitige des Lebens kümmere. Dabei macht er der Kirche und uns Christen den Vorwurf, dass uns der wirkliche Gottesbezug verloren gegangen wäre und das Christentum nur noch aus einem Gemisch von Sozialethik, Psychotherapie, Meditationstechnik und Sozialarbeit bestehen würde. Übrigens ein Vorwurf, den auch katholische Hardliner in Form der Priesterbruderschaft Pius X. und andere dem heutigen Papst in derselben Form machen. Nur macht dieser – wie vielleicht keiner seiner Vorgänger – in dieser Eindeutigkeit deutlich, dass die christliche Wahrheit das ganze Leben erfassen und verwandeln will. Bei ihm gibt es keine Trennung der Wertsphären, sondern bei seiner Sichtweise geht es ihm – wie Jesus – ums Ganze, sowohl beim Glauben an Gott, als auch bei der Umsetzung dessen, was die frohe Botschaft Gottes für uns Menschen sein will.
Deshalb nennt Franziskus sein Apostolisches Schreiben auch die „Freude
des Evangeliums“. Und darin sagt er wörtlich, dass ihm eine „verbeulte Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen und auf die Menschen zu gegangen ist, viel lieber sei als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und Bequemlichkeit krank geworden ist.“ Zurzeit Jesu war die Freude am Religiösen wegen der vielen Vorschriften und Bedingungen ähnlich armselig geworden wie heute. Gerade deshalb aber haben die Menschen sich förmlich nach einer Botschaft gesehnt, die ihnen die Freude am Glauben und somit auch den Glauben an Gott selbst wieder schmackhaft macht und zurückbringt. Sie wollten wieder – und da greife ich gerne ein Bild von Johannes auf – „brennen“ und begeistert sein für diesen Gott, der sie auf dem langen Weg der Geschichte Israels als ein Gott begleitet hat, der für sie da ist und für sie einsteht.
Eine solche Begeisterung will auch Papst Franziskus wieder in unserer Kirche, im gesamten Christentum wecken; wir sollen wieder eine „heiße Religion“ werden, die sich allerdings nicht zurückzieht und allein Gott im Gebet huldigt, sondern die in und wegen ihrer engen Gottverbundenheit diese Welt verändern und neu gestalten kann. Eine Religion die lernt, neu auf die Menschen zuzugehen, um ihnen die Liebe Gottes näher zu bringen und zu verdeutlichen. Diese Liebe aber wird von den Menschen ganz unterschiedlich erfahren und deshalb ist es für mich auch eine befreiende Feststellung, wenn Papst Franziskus zitiert, was Johannes XXIII. bei der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils hervorgehoben hatte: „Die Ausdrucksform der Wahrheit kann sehr vielgestaltig und vielschichtig sein. Doch die Erneuerung dieser Ausdrucksformen erweist sich als notwendig, um die Botschaft vom Evangelium in ihrer unwandelbaren Bedeutung an den heutigen Menschen weiterzugeben.“
 Genau das, was der unvergessliche Konzilspapst wollte, wurde nach sei-
nem Tod aber schnell wieder unter den Tisch gekehrt. Begriffe wie Barm
herzigkeit oder auch Freiheit und Liebe wurden argwöhnisch von den Glaubenshütern beobachtet und vielfach reglementiert, wenn wir an das Berufsverbot – sprich den Entzug der Lehrerlaubnis oder des Priesteramtes – so mancher Theologen denken. Doch Franziskus sagt heute: „Jesus Christus kann und will auch die langweiligen Schablonen durchbrechen, in denen wir uns oft anmaßen, ihn gefangen zu halten.“ Und noch deutlicher sagt er: „Jedes Mal, wenn wir versuchen zur Quelle zurückzukehren und die ursprüngliche Frische des Evangeliums wiederzugewinnen, tauchen neue Wege, kreative Methoden, andere Ausdrucksformen für die Welt von heute auf.“ Genau das also, was der Papst anbietet: Suche nach neuen Wegen, kreative Methoden, aussagekräftige Zeichen, all das war bislang – gelinde gesagt – verdächtig, wenn nicht gar ketzerisch und häretisch. Und das Interessante dabei: Diese neuen Wege, Methoden und Zeichen betet uns der Papst jetzt nicht etwa vor, sondern er überlässt sie uns. Wir alle sind nach seiner Auffassung gefordert, adventliche Menschen zu werden und zu zeigen, was wir in unserem Glauben verstanden haben und wie wir ihn leben wollen. Nicht starre Katechismussätze sind gefragt, sondern lebendige Christen und lebendige Gemeinden.
Das Schreiben des Papstes an uns Katholiken, ja an alle Christen in der Welt, erscheint mir wie ein großes Hoffnungszeichen: Wir werden darin bestärkt, unseren Glauben aus der privaten Frömmigkeit herauszuholen und uns vom Feuer des Evangeliums anstecken zu lassen. Denn wo das Evangelium gelebt wird, da ist Jesus drin – das allein zählt und das macht aus einer kalten vielleicht nicht unbedingt gleich eine heiße, aber doch zumindest eine wärmend-wohltuende Religion in dieser Zeit. Amen.

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Erstellt am: 09.12.2013 18:36 Uhr

Zündfunke, 07.12.13

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen guten Morgen, verehrte Schwestern und Brüder!
„Ach, ich bin doch alles, bloß kein Mensch mehr“, stöhnt sie. Sie hängt die Jacke an die Garderobe und stellt die Schuhe darunter. „Was bist du dann?“, fragt er zurück. „Was weiß ich, Packesel, Einkaufsroboter, Putzlappen. Alles, aber kein Mensch.“ Solche Stoßseufzer aus dem Alltag werden schnell überhört, bergen aber tiefe Wahrheiten. Klar, dass zum  Mensch-Sein viel mehr gehört als nur das Funktionieren in der Rolle, die man gerade innehat. Klar ist aber auch, dass es gar nicht so einfach ist, das auch für sich in Anspruch zu nehmen.
Mensch-Sein, das hat für mich ganz viel mit dem derzeitigen Advent zu tun. Sich etwas Gutes tun, Zeit haben, mit anderen den Weihnachtsmarkt besuchen und Glühwein trinken, am warmen Ofen sitzen. Ja, das ist ein Teil davon. Aber es gibt noch mehr und das geht tiefer.  Der Schriftsteller Heinrich Böll hat das einmal so formuliert: „Es gibt für mich den Menschgewordenen. Und weil der den Menschen, jeden Menschen ernst nimmt in all seinen Dimensionen, muss ich das gleiche tun.“ Man muss sich das klar machen: Böll hat ein Deutschland erlebt, in dem Millionen Menschen das  Mensch-Sein einfach abgesprochen wurde. Juden, Zigeuner, Behinderte, das waren keine Menschen und deshalb wurden sie beseitigt. Das hat Böll zu einem radikalen Humanisten gemacht.
„Es gibt für mich den Menschgewordenen.“ Dieses Bekenntnis Heinrich Bölls kann man groß über die gesamte Adventszeit schreiben, denn es beschreibt genau das, was Advent ist: nämlich die vollständige Zulassung der Menschlichkeit. Die Christen haben den Advent ja gerade deshalb erfunden, weil so ein unerhörtes  Ereignis, dass Gott an Weihnachten Mensch wird, nicht ohne eine besondere Vorbereitungszeit auskommen kann. Und wenn Gott Mensch werden will, dann sollte uns das auch möglich sein. Dazu gehört, dass ich in den Verkäuferinnen und Schalterbeamten, den Untergebenen und Vorgesetzten, den Schülern und Lehrern, nicht nur Rollen und Funktionen sehe. Advent ist es, wenn ich die Menschen sehe, die mir begegnen. Die Psychologen sagen, dass mit dem Urteil über andere auch das Dunkel in der eigenen Person mit verurteilt wird. Dadurch wird dieses eigene Dunkel nur noch verstärkt. Wenn ich mal versuche, in den anderen vorurteilsfrei nur den Menschen zu sehen, könnte das also dabei helfen, selbst Mensch sein zu können. Sozusagen das Erlebnis eines inneren Advents.

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Erstellt am: 08.12.2013 12:31 Uhr

Zündfunke, 06.12.13

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Advent feiern, verehrte Hörerinnen und Hörer, das heißt bewusst auch seine Sehnsüchte feiern. Wenn wir sie feiern, bekommen sie eine positive Funktion in unserem Leben. Wir brauchen unsere Sehnsüchte nicht zu verdrängen, wir brauchen nicht in Resignation und Enttäuschung zu fallen. Wir brauchen unser Leben auch nicht in übertriebenen Worten zu beschreiben, um die Enttäuschung nicht hochkommen zu lassen, oder um sie vor den anderen zu verbergen. Nein, im Advent können wir uns der Realität stellen und zugleich unseren Sehnsüchten, die die Wirklichkeit unseres Lebens übersteigen.
Gerade bei intensiven Erlebnissen steigt ja eine Sehnsucht in uns auf, die noch mehr erwartet, die den Augenblick festhalten will oder sich zumindest noch eine Steigerung erhofft. Das erfahren wir zum Beispiel auch in Begegnungen mit Menschen, die uns nahe sind. Wenn wir einen Menschen lieben und im Gespräch mit ihm eine tiefe Übereinstimmung spüren und darin an ein Geheimnis rühren, das uns übersteigt, dann tauchen zugleich mit der Erfüllung neue Sehnsüchte auf. Wenn uns jemand tiefe Geborgenheit erleben lässt, dann erahnen wir zugleich eine Geborgenheit und Liebe, die noch tiefer reicht, als die, die wir erfahren. Es steigt in uns eine Sehnsucht nach endgültiger Geborgenheit auf, eine Ahnung davon, sich ganz in die Arme eines anderen fallen zu lassen und anzukommen, daheim und unendlich tief geborgen zu sein.
Viele Menschen beschenken am heutigen Nikolaus-Tag ihre Kinder und Enkel: Es ist eine – meist in Schokolade gehüllte Verbundenheit und Liebe – die wir damit zum Ausdruck bringen. Für viele ist es aber nicht nur eine nette Geste oder ein altes Brauchtum das sich durchgehalten hat. Nein, es ist auch die Erinnerung an einen Menschen, der seine Sehnsucht nach einer friedvolleren und erfüllten Welt zunächst als Sehnsucht und als äußeren Druck verspürte, der dann aber in seiner tiefen Verbundenheit zu Gott die Kraft und den Mut fand sich in außergewöhnlicher Weise für die Menschen seiner Zeit einzulassen und einzusetzen. Mitten im Advent versüßen wir also unsere Sehnsüchte und dürfen dabei spüren: Menschen wachsen über sich hinaus, wo sie diesen, ihren ureigenen Sehnsüchten trauen und sich verbinden und verbünden, mit dem Ursprung aller Sehnsucht. Für den Heiligen Bischof Nikolaus war es sein Glaube, dass alle Menschen dieser Erde fähig sind über ihre Enge hinauszuwachsen zu mehr Menschenfreundlichkeit. Gerade dafür ist er bis heute ein Vorbild, nicht nur für Kinder am Nikolaustag.

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Erstellt am: 08.12.2013 12:28 Uhr

Unwetterwarnung

Der staatliche Wetterdienst AEMET hat für Freitag, den 06.12.13, Alarmstufe „Gelb“ ausgerufen. Es wird mit starken Regenfällen und Gewittern auf ganz Teneriffa gerechnet.
Desweiteren gibt es eine neue Hurrikan-Warung aus Miami, weil sich nördlich der Kanaren etwas zusammenbraut. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% kann sich hier ein tropischer Zyklon entwickeln, deren Ausläufer auch die Kanaren erreichen könnten.

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Erstellt am: 06.12.2013 13:36 Uhr

Krippenaufbau

Das Weihnachtsgefühl verschiedener Vereine, Geschäfte und Privatpersonen der gesamten Insel spiegelt sich in diesen fein verarbeiteten Kunstwerken wieder, welche in vielen Dörfern und Städten ausgestellt werden. Die Krippen besitzen einen festlichen und einen religiösen Sinn und sind unter anderem auch ein Wallfahrtspunkt für die Fußgänger, die in diesen Tagen ihre Einkäufe tätigen oder mit der Familie spazieren gehen, eine langjährige Weihnachtsaktivität voller Geschichte und Tradition. Die meist sehr aufwendigen Werke kann man noch bis in den Januar hinein bewundern.

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Erstellt am: 06.12.2013 08:40 Uhr

Zündfunke, 05.12.13

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Wie viele Tage der Dezember hat, verehrte Schwestern und Brüder, das wissen wir. Man kann es aber auch so sehen wie ein kleiner Junge, der auf diese Frage mal geantwortet hat: „24 natürlich“. Dieser Schüler einer vermutlich 1. Klasse, hat sicher jedes Jahr einen Adventskalender daheim. In dieser Zeit ist es selbstverständlich jeder Tag wert, gezählt zu werden. Der Adventskalender ist ja auch eine wunderschöne Erfindung. Der Weg bis Weihnachten ist für Kinder mehr als lang, weil sie ja immer schnell ans Ziel kommen möchten. Wenn sie aber nun jeden Tag ein Fenster öffnen dürfen, spüren sie: es geht vorwärts.
So einen Kalender könnte ich durchaus auch gebrauchen. Natürlich nicht, um mir die Zeit zu verkürzen – sie reicht ja kaum für alles, was ich mir vorgenommen habe: all die Veranstaltungen mit der Gemeinde, Texte für Radio und Zeitungen schreiben, die Post erledigen, Geschenke besorgen – und dann die Gottesdienstvorbereitungen auf Weihnachten usw. … Sie spüren schon, ich bräuchte einen Kalender, der die Zeit immer wieder anhält. Einen Kalender, der mich zur Ruhe kommen lässt, bei dem hinter jedem Fenster 10 Minuten unverplante Zeit stecken. Zeit, wo keiner über mich verfügen kann: weder meine Frau, noch Menschen aus der Gemeinde, noch mein Chef oder wer weiß sonst wer noch.
Ich kenne ein Dorf, da gibt es jedes Jahr einen ganz besonderen Adventskalender für Kinder und Erwachsene. Tag für Tag gestaltet eine andere Familie ein richtiges Adventsfenster außen am Haus. Zur vereinbarten Zeit trifft sich dann Groß und Klein vor diesem Fenster. Wer Musik machen kann, spielt den anderen etwas vor. Ein anderer liest eine Geschichte oder ein Gedicht. Gemeinsam werden Lieder gesungen und Lichter entzündet. Ich finde das eine ganz tolle Idee, weil diese wenigen Minuten die Menschen wirklich aus ihrem Alltag herausholen und aufatmen lassen. Bekannte, die das erlebt haben, brachten mir folgendes Gedicht mit, was sie damals gehört haben, als sie in dieser Gemeinde zu Gast waren:
Weißt du wo der Himmel ist?
außen oder innen
eine handbreit rechts und links
du bist mitten drinnen
weißt du wo
der Himmel ist
nicht so tief verborgen
einen Sprung aus dir heraus
aus dem Haus der Sorgen
weißt du wo
der Himmel ist
nicht so hoch da oben
sag doch ja
zu dir und mir
du bist aufgehoben. (Wilhelm Willms)

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Erstellt am: 06.12.2013 08:31 Uhr

Zündfunke, 04.12.13

Diakon Bertram Bolz, Deutschsprachige Kath. Gemeinde in Puerto de la Cruz
Ihnen allen, liebe Schwestern und Brüder, einen wunderschönen Guten Morgen!
Wir sind in den Tagen der Adventszeit, der Vorweihnachtszeit. Jetzt ist die Zeit der Weihnachtsklänge: Laute Musik und Tingeltangel in den großen Einzelhandelsgeschäften, auf den Weihnachtsmärkten, die hier häufig eher einem Floh- als einem Weihnachtsmarkt gleichen, Weihnachtslieder in den Kaufhäusern. Da kann ich schon den ein oder die andere unter uns verstehen, welche sich lieber einen Stöpsel ins Ohr stecken und eigene Musik vom Walkman oder Ipod hören und sich so seine oder ihre eigene Welt schafft.
Dabei ist der Advent ja eigentlich eine ganz stille Zeit. Eine Zeit, in der es gut tut, sich einfach mal Ruhe zu gönnen und sich zu besinnen. Und  vor allem eine Zeit, in der man das Hören wieder neu lernen und erleben kann. Das Hören auf die leisen Klänge und Geräusche, auf die zarten Stimmen in dieser Zeit. Denn Gott ist ein „leiser Windhauch“, erzählt die Bibel. Und so möchte ich Sie einladen, in diesen Tagen der Stille einen Raum zu geben. Ziehen Sie sich vielleicht für eine viertel Stunde am Tag irgendwohin zurück, ohne Radio oder Fernsehen, nur Sie und Ihre Gedanken, ganz in Ruhe. Eine Kerze wird ihnen dabei helfen… Und dann schweigen Sie, lassen die Gedanken ruhig werden, atmen tief ein und tief aus. Vielleicht gelingt es Ihnen nach einer Weile, in Ihr Inneres hinab zusteigen, einen Raum in sich zu finden. Da, wo Sie mit sich ganz alleine sind. Nur Sie und die Stille. Dort nehmen Sie dann Platz und lassen die Ruhe auf sich wirken.
Im ersten Moment ist das vielleicht nicht ganz einfach: Tausend Gedanken schwirren durch den Kopf…Aber lassen Sie sie einfach kommen… und wieder gehen. Nach einer Weile werden Sie das Hören neu erleben.
Jeder, der sich im Schweigen schon geübt hat, weiß: das hilft ungemein, richtig zuhören zu können: auf die Zwischentöne, auf die versteckten Appelle, auf all das, was wir zwischen den Zeilen und durch die Blumen gesagt bekommen… wie: nimm mich einmal in den Arm, ich brauch deine Nähe. Stille öffnet die Sinne, die Ohren, das Herz: Ich will dich ganz wahrnehmen, so wie du bist. Stille hilft zu lauschen auf die, die das ganze Jahr überhört werden, weil sie zu klein zu schwach sind, oder weil ihre Botschaft zu unbequem, zu ärgerlich ist. In der Stille wird Gott geboren, sagen christliche Meditationslehrer. In jedem von uns. In Ihnen und in mir. Ich wünsche Ihnen, dass Sie genau das spüren können. Jetzt in der Adventszeit.

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Erstellt am: 06.12.2013 08:28 Uhr

Vorweihnachtszeit auf den Strassen von Teneriffa

Die Lichter und die Weihnachtslieder überschwemmen unsere Straßen, es riecht nach Turrón (spanische Nougat) und geröstete Mandeln und an jeder Ecke unserer Insel können wir Gruppen antreffen, die mit ihrer Musik durch die Straßen ziehen. Man sieht munteres Treiben und das Hin und Her zwischen den Weihnachtseinkäufen. Das Weihnachtsfest erlebt man auch auf den Straßen, mit regen Tätigkeiten für die gesamte Familie, mit solidarischen Veranstaltungen und mit wohltätigen Kunsthandwerksmessen.

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Erstellt am: 05.12.2013 13:54 Uhr

Agenda Cultural en Tenerife Diciembre 2013

– Concierto de Navidad de la Orquesta Sinfónica de Tenerife: Santa Cruz
– Navidad en las calles y exposiciones de Belenes (varios municipios)
– PIT (Parque Infantil de Tenerife): Santa Cruz
– XVIII Festival Internacional del Cuento de Los

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Erstellt am: 04.12.2013 12:19 Uhr

Veranstaltungen im Dezember 2013

– Concierto de Navidad de la Orquesta Sinfónica de Tenerife: Santa Cruz
– Navidad en las calles y exposiciones de Belenes (varios municipios)
– PIT (Parque Infantil de Tenerife): Santa Cruz
– XVIII Festival Internacional del Cuento de Los

Infos unter:

Erstellt am: 04.12.2013 12:16 Uhr