Zündfunke, 21.12.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, Deutschsprachige Katholische Gemeinde Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Jakob, der Stadtschreiber aus Bethlehem ist etwas durcheinander. Zu viel an neuen, unglaublichen Geschichten stürzen da auf ihn ein: Räuber, die sich selber stellen, und etwas von einem Engel erzählen. Aber da stand plötzlich auch noch ein Hirte aus der Zuschauermenge auf und trat nach vorne.
Er bestätigte die Aussage der beiden. Und er erzählte, dass auch sie das Kind in dem Stall gesehen hätten. Er wollte noch weiter ausholen, aber plötzlich ging ein ehrfürchtiges Raunen durch die Menge. Alle Zuschauer standen auf. Drei vornehme Männer in edlen Gewändern waren in den Saal getreten; einer von ihnen war ein Schwarzer. Höflich blieben sie vor dem Richter stehen und verbeugten sich. Sie stellten sich als Kaspar, Melchior und Balthasar vor und entschuldigten sich zuerst einmal für die Störung der Verhandlung. Dann berichteten sie, dass sie aus einem fernen Lande kommen, und schon viele Wochen unterwegs sind, da sie einen bemerkenswerten Stern am Himmel entdeckt hätten, und diesem gefolgt seien. Nachforschungen in den alten Schriften hätten ergeben, dass ein solcher Stern die Geburt eines bedeutenden, einzigartigen Königs anzeige. Sie berichteten, dass sie bereits bei König Herodes waren, er ihnen aber auch nicht weiterhelfen konnte. Nun wollten sie den Bürgermeister dieser Stadt fragen, ob er etwas von dem neuen König weiß.
Unser Bürgermeister trat aus der ersten Reihe der Zuschauerbühne nach vorne verneigte sich tief vor den Herrschaften und begrüßte sie, nicht ohne Stolz. Aber auch er konnte ihnen nicht weiterhelfen. Da mischte sich plötzlich der Hirte ein, der sich schon wenige Minuten zuvor unaufgefordert das Recht zu sprechen herausgenommen hatte. Und er und die beiden Räuber behaupteten nun, dass es genau dieses Kind sei, von dem sie gesprochen hätten, welches die drei vornehmen Männer suchen.
Der Richter bemerkte, dass eine solch außergewöhnliche Situation – außergewöhnliche Maßnahmen erfordert und unterbrach die Verhandlung forderte den Hirten und die zwei Räuber auf, allen den Stall und dieses ungewöhnliche Kind zu zeigen.
So kam es, dass eine merkwürdige Prozession vom Rathaus aus zu einem kleinen armseligen Stall am Rande der Stadt führte. Vorneweg liefen die beiden Räuber und der Hirte. Ihnen folgten die drei vornehmen Fremden, der Bürgermeister, der Richter mit den Angeklagten und 2 Polizisten, die Geschworenen und meine Wenigkeit. Mit gebührendem Abstand schlossen sich die Zuschauer der Gerichtsverhandlung an.
Eine halbe Stunde später standen wir tatsächlich vor einem kleinen Stall. Natürlich war kein Platz für alle. Ich konnte nur mit Mühe durch die offene kleine Tür das Geschehen beobachten. Und was ich da zu sehen bekam, war fast nicht zu fassen. Aber davon morgen mehr!“

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Erstellt am: 22.12.2013 13:13 Uhr

Zündfunke, 20.12.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, Deutschsprachige Katholische Gemeinde Puerto de la Cruz
Guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
„Unsere beiden Räuber suchten also nun Arbeit in Bethlehem, nachdem Ihre Räubereien durch das neugeborene Jesuskind unterbrochen worden waren und ihre Herzen sich gewandelt hatten. Aber so viel sie auch suchten, keiner wollte sie einstellen. Als sie sich wieder einmal auf dem Marktplatz trafen, um sich gegenseitig Mut zuzusprechen, die Hoffnung doch noch nicht aufzugeben, belauschten sie ein Gespräch, das für sie von großer Bedeutung war: Zwei Frauen unterhielten sich über eine in der kommenden Woche stattfindende Gerichtsverhandlung gegen ein fremdes Ehepaar, das einen Fremden niedergeschlagen und ihn beraubt zu haben schien. Sie bemerkten schnell, was Sache war, dass die angeklagten Eheleute zu Unrecht verurteilt werden würden, und rätselten darüber, was für sie nun zu tun sei. Das war sicherlich keine leichte Entscheidung. Schließlich drohte ihnen der Tod. Andererseits aber mussten womöglich zwei unschuldige Menschen ihretwegen sterben. Immer wieder mussten sie an jene Nacht denken, an die Hirten und ihre Engelserscheinung, an den hell leuchtenden Stern und vor allem an ihr Erlebnis im Stall. Hatten sie nicht deutlich gespürt, wie dieses Kind ihr Leben veränderte? Konnten sie mit ihrer Schuld weiterleben, ja mit einer noch größeren Schuld, wenn sie zuließen, dass zwei Menschen ihretwegen zum Tode verurteilt wurden? Andererseits hatten sie Angst, große Angst. Aber wurde ihr Entschluss, ihr Leben zu ändern, nicht sinnlos, wenn sie nun sterben mussten?
Tagsüber lenkten sie sich durch die Arbeitssuche ab. Die Nächte verbrachten sie auf der Straße. Sie redeten und redeten, weil sie nicht schlafen konnten. Endlich, am Tag der Verhandlung hatten sie ihren Entschluss gefasst.
Natürlich saß ich, der Stadtschreiber von Bethlehem, mit am Verhandlungstisch und musste Protokoll schreiben. Mir war klar, wie die Verhandlung ausgehen würde. Die Sache war ja so eindeutig. Das Ehepaar war schuld. Schließlich hatte die Polizei die beiden mit dem Koffer in der Hand ertappt. Der Gerichtssaal war gerammelt voll mit Neugierigen. Seit zwei Wochen war der Überfall Stadtgespräch und kaum ein Bewohner Bethlehems wollte sich den Urteilsspruch entgehen lassen.
Die Vernehmung nahm also ihren gewohnten Gang. Der Überfallene bestätigte, dass der Koffer der seinige sei, und berichtete von dem Überfall. Die beiden Beschuldigten aber, Simon und seine Frau Rahab beteuerten immer aufs Neue ihre Unschuld.
Plötzlich sprangen zwei Männer auf der Zuschauertribüne auf und liefen nach vorne. Für alle hörbar gaben sie zu verstehen, dass sie es gewesen waren, die den Mann überfallen und den Koffer gestohlen hatten. Auf die Frage des Richters, warum sie erst jetzt damit herausrücken, gab einer der beiden als Antwort: „Weil uns ein Engel erschienen ist.“ Und sie berichteten wild durcheinander von dem Geschehen draußen im Stall.“

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Erstellt am: 22.12.2013 13:11 Uhr

Zündfunke, 19.12.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, Deutschsprachige Katholische Gemeinde Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Folgendes hat sich ereignet in unserer vorweihnachtlichen Geschichte, die Jakob der Stadtschreiber von Bethlehem, für uns aufgeschrieben hat.
Den Hirten ist ein Engel erschienen, der ihnen die Geburt des Retters der Welt verkündete; Diebe haben einen Mann überfallen und seinen Koffer geklaut, der allerdings bereits von einem Ehepaar wieder gefunden wurde; jetzt aber werden die beiden für die Tat verantwortlich gemacht, während die Räuber den Hirten folgen um herauszufinden, ob es tatsächlich stimmt, was sie von ihnen am Wegesrand gehört hatten.
„Die Hirten hatten tatsächlich den Stall mit dem Kind gefunden. Ein unbeschreiblich schöner Stern erstrahlte über dieser Hütte. Ehrfürchtig fielen die Hirten vor dem Kind nieder. Sie spürten, dass dies ein ganz besonderes Kind war. Und eine besondere Stille, aber eine kraftvolle – die Tiefe der Seele ergreifende Stimmung – lag in dem kleinen Raum. Wenn sie hier rausgingen, das wussten sie, würden sie andere Menschen sein; vielleicht behutsamer, ehrlicher, selbstbewusster. Da riss sie ein jähes Poltern aus ihren Träumen. Zwei Männer stürzten zur Tür herein und stießen die Hirten rücksichtslos zur Seite. Wie angewurzelt bleiben die beiden Eindringlinge vor der Krippe stehen und sanken langsam in die Knie. Dann war es wieder still, absolut still. Sogar die beiden rauen Gesellen sanken ehrfürchtig vor dem Kind in die Knie.
Die Eltern des Kindes – wie ich später erfuhr, hießen sie Maria und Josef – hatten bisher nur stumm das Geschehen betrachtet. Doch nun wandte sich der Vater an die beiden Eindringlinge und wollte von ihnen wissen, wer sie sind und warum sie hier sind. Und ohne eine Antwort zu geben, drängten die beiden wieder aus dem Stall hinaus.
Die Hirten erzählten dann den erstaunten jungen Eltern, warum sie zum Stall gekommen waren, wie ein Engel die Geburt Jesu verkündet und ein Stern ihnen den Weg gezeigt hatte. Und während sie mit Josef und Maria darüber sprachen wurde ihnen erst recht bewusst, dass sie, die armen, verachteten Hirten, die ersten Zeugen der Geburt des Retters der Welt waren. Und sie fühlten sich froh, glücklich und voll Hoffnung wie noch nie. Währenddessen rannten die Räuber den ganzen Weg zurück. Schließlich aber wurden sie doch langsamer und gingen nachdenklich und schweigend weiter. Als sie an dem Baum angelangt waren, wo sie ihre Beute versteckt hatten, ließen sie sich erschöpft auf einem Stein nieder. Endlich brachen sie das Schweigen und redeten über das, was sie soeben erlebt hatten. Sie spürten, dass diese kurze Begegnung mit genau diesem Kind etwas in ihnen verändert hatte und so beschlossen sie, den Koffer zu holen und ihn heimlich in Bethlehem vor dem Rathaus abzulegen. Doch der Koffer war nicht mehr da; sie deuteten dies als ein Zeichen Gottes und beschlossen, nach Bethlehem zurückzugehen, sich dort eine rechtmäßige Arbeit zu suchen und von nun an ein geregeltes, ordentliches Leben zu führen.“

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Erstellt am: 22.12.2013 13:08 Uhr

Zündfunke, 18.12.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, Deutschsprachige Katholische Gemeinde Puerto de la Cruz
Guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Jakob, der Stadtschreiber von Bethlehem hat uns gestern berichtet, welch interessante Wendung die außerordentliche Stadtverordnetenversammlung genommen hatte. Dass ein Überfall gemeldet wurde, und wie sich für ihn, den Stadtschreiber, im Nachhinein so vieles in einem anderen Licht darstellte.
„Die Hirten, die genau an der Stelle Rast machten, an der die Räuber ihre Beute begutachten wollten, unterhielten sich über das, was sie so aus der Fassung gebracht hatte. Nämlich, dass sie einen Engel gesehen hätten, der zu ihnen gesagt hatte: „Geht nach Bethlehem, dort ist in einem Stall ein Junge geboren. Jesus heißt er und liegt in einer Krippe. ER soll der Retter der Welt sein.“ Die Hirten unterhielten sich lange darüber, in welchem Stall in Bethlehem denn dies wohl geschehen sein könne, denn Ställe gibt es in Bethlehem ja viele. Als sie aber zum Himmel empor blickten, sahen sie einen überaus hellen Stern dort oben leuchten und sie beschlossen, diesem Stern zu folgen.
Als die Hirten weiterzogen, kamen die beiden Räuber aus ihrem Versteck und machten sich über die Hirten und ihre Einfalt lustig. Sie schüttelten den Kopf über erwachsene Männer, die noch an Märchen glauben. Doch plötzlich kam einem von ihnen der Gedanke, dass es ja vielleicht doch stimmen könnte, was die Hirten sich da erzählt haben. Dass wirklich der Heiland der Welt geboren ist, der die Welt rettet, sie heil macht, friedlich und gut. Um herauszufinden, was nun tatsächlich die Wahrheit war, beschlossen sie, den Hirten unbemerkt zu folgen.
Den Koffer versteckten sie in der Zwischenzeit hinter einem Baum und bedeckten ihn mit Zweigen.
Doch es sollte nicht lange Ruhe herrschen. Wenige Minuten später kamen Rahab und Simon, ein Ehepaar aus Nathanja des Wegs daher. Stundenlang waren die beiden schon unterwegs nach Bethlehem, der Geburtsstadt Simons. Die Füße taten ihnen weh. Wie freute sich Rahab, als sie einen großen Stein am Wegesrand entdeckte. Dort wollten sie ihr Nachtlager aufschlagen. Simon ging los um ein paar Äste zu sammeln und verschwand im Zedernwald. Er kam aber nicht nur mit Feuerholz zurück, sondern auch mit dem geraubten Koffer. Die beiden waren sich sicher, dass dies Diebesgut war, das hier versteckt worden war und beschlossen, gleich nach Bethlehem zur Polizei zu gehen. Allerdings kamen sie nicht weit, denn vor den Toren der Stadt wurden sie bereits von 2 Polizisten angehalten, die ihnen nicht glaubten, dass sie den Koffer nur gefunden hatten. Also wurden die beiden verhaftet. Ich hörte noch in derselben Nacht von der Verhaftung des Ehepaares. In den nächsten Tagen war ich dann dabei, als Simon und Rahab verhört wurden, und führte Protokoll. Hartnäckig beteuerten die beiden immer wieder ihre Unschuld. Aber ich war überzeugt davon, dass man die zwei zum Tode verurteilen würde.“
Und wie es den Hirten und den Räubern in der Zeit ergangen war, das erfuhr ich viel später“, und sie – wenn sie wollen – morgen.

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Erstellt am: 22.12.2013 13:06 Uhr

Zündfunke, 17.12.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, Deutschsprachige Katholische Gemeinde Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Erinnern sie sich?……. Jakob musste aufgrund einer Erkrankung in Jerusalem bleiben und konnte so dort bei einem Rabbi Lesen und Schreiben lernen, was ihm dann ein Jahr später den Beruf des Stadtschreibers von Bethlehem ermöglichte. So erzählt uns Jakob heute seinen Lebensweg weiter:
„Ich war mit meiner Arbeit ganz zufrieden. Täglich machte ich Aufzeichnungen über das Wetter, die Obsternte, oder was sonst so alles in Bethlehm passierte. Allerdings war das in unserer kleinen Stadt nicht viel.
Eines Tages allerdings, veränderte sich unsere Stadt merklich. Nach jahrzehntelangen Kriegen war es dem römischen Kaiser Augustus gelungen, Frieden in seinem Reich herzustellen. Deshalb befahl er allen erwachsenen Bürgern seines Reiches, in die Städte ihrer Herkunft zu reisen. Dort sollten sie in ein Geburtsregister eingetragen werden.
Bald nach der Bekanntgabe des kaiserlichen Befehls kamen unzählige Männer, die einmal hier geboren und inzwischen weggezogen waren. Sie brachten ihre Frauen und Kinder mit, und unsere Stadt platzte aus allen Nähten. Die Herbergen waren schnell überfüllt und Hunderte von Menschen mussten auf den Straßen übernachten. Um der Lage Herr zu werden, lud unser Bürgermeister eines Tages zu einer Stadtverordneten-versammlung ins Rathaus ein. Ich war natürlich auch dabei, um Protokoll zu führen. Die Stadtverordneten berieten vor allem darüber, wie man die Menschen von den Straßen wegbekommen könne.
„Ich war heute Mittag im Wirtshaus zum goldenen Löwen“, erzählte Ephraim. „Da hörte ich, wie der Wirt einem Ehepaar aus Nazareth seinen Stall zur Verfügung stellte. Die Frau war hochschwanger“. In diesem Augenblick wurden wir jäh unterbrochen. Die Tür des Sitzungssaales wurde aufgerissen und völlig außer Atem stürzte ein Mann herein. Sein Hemd war zerrissen und aus zwei Platzwunden an seinem Hinterkopf tropfte Blut. Er berichtete, dass er direkt vor dem Rathaus überfallen und beraubt worden war. Als er bei der Polizei alles zu Protokoll gab, war ich natürlich auch dabei um alles genauestens festzuhalten.
Während der Fremde uns alles erzählte, liefen ein großer, schwarzhaariger und ein kleiner Blonder mit einem Koffer auf der Hauptstraße zur Stadt hinaus. Erst viel später lernte ich die zwei Männer kennen, und ließ mir erzählen, was sich in jener Nacht zugetragen hatte.
Die Männer währenddessen setzten sich draußen vor der Stadt in einem Zedernwald nieder. Zufrieden begutachteten sie den Inhalt des Koffers, den sie erbeutet hatten. Kleidung, eine warme Decke und……. eine Geldkassette mit vielen Münzen. Begeistert fingen sie an zu zählen. Doch da hörten sie plötzlich Stimmen und räumten die Sachen wieder weg und versteckten sich mit dem Koffer und ihren Stöcken hinter einem Baum. Vier Hirten kamen den Weg entlang. Doch sie bemerkten die Räuber nicht. Zu sehr waren sie noch benommen von dem, was sie erlebt hatten. Erschöpft ließen sie sich genau an dem Platz nieder, an dem gerade noch die zwei Räuber ihre Beute betrachtet hatten.“

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Erstellt am: 22.12.2013 13:04 Uhr

Zündfunke, 16.12.13

Gemeindereferentin Andrea Bolz, Deutschsprachige Katholische Gemeinde Puerto de la Cruz
Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Schwestern und Brüder!
Advent – eine Zeit der Geschichten. So möchte ich Ihnen in diesem Jahr in der letzten Adventswoche wieder eine Geschichte mit auf ihren ganz persönlichen Adventsweg geben, weil diese Geschichte versucht, uns allen Weihnachten ein Stück näher zu bringen. Die Geschichte handelt von Jakob, der Stadtschreiber in Bethlehem war.
„Dass ich Stadtschreiber wurde, verdanke ich einem Zufall. Ich lebte mit meiner Familie in Bethlehem. Mein Vater war ein Tuchhändler. Ich, Jakob, der älteste von fünf Söhnen, durfte ihn manchmal auf seinen Reisen begleiten. Einmal – ich war gerade elf Jahre alt – musste er geschäftlich nach Jerusalem zu Ephraim, dem Hofschneider des Königs Herodes. Ich durfte ihn begleiten, und deshalb verschwieg ich, dass es mir bereits seit einigen Tagen sehr schlecht ging. Die Reise fiel mir schwer. Etwa auf der Hälfte der Strecke merkte mein Vater endlich, was mit mir los war. Doch zum Umkehren war es zu spät. An unsere Ankunft in Jerusalem kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich hatte so hohes Fieber, dass ich phantasierte. Vater brachte mich zu einem Arzt, der mir kalte Wickel machte und eine Kräutertinktur einflößte. Er gab uns die Adresse eines Rabbis, wo ich unterkam. Eine Herberge hätte mich in diesem Zustand nicht aufgenommen – wegen der Ansteckungsgefahr. Täglich schaute mein Vater nach mir, doch ich erholte mich nur langsam. Nach sechs Tagen riefen ihn seine Geschäfte zurück. Der Arzt sagte ihm, dass ich keinesfalls mitreisen dürfe, denn das sei lebensgefährlich. So blieb ich also bei dem besagten Rabbi.
Nie hätte ich gedacht, dass daraus ein halbes Jahr werden würde. Aber wenige Tage nach meines Vaters Abreise überbrachte ein Handelspartner die Nachricht, dass auch er erkrankt sei. Ich hatte ihn wohl angesteckt. Doch anscheinend war er nicht so schwer erkrankt wie ich, da es bereits vier Wochen später hieß, dass er dringend nach Kairo reisen müsse und er mich dann auf dem Rückweg mitnehmen würde. Aber Kairo ist ja nicht gerade um die Ecke und so blieb ich mehr als 6 Monate in Jerusalem.
Inzwischen ging es mir wieder gut. Rabbi Jojakim war ein freundlicher Mann. Er sorgte rührend für mich. Und er war außerordentlich klug. Jeden Morgen um zehn nahm er mich mit in die Synagoge. Dort lehrte er einige Jerusalemer Kinder aus vornehmen Familien anhand der Thora Lesen und Schreiben. Da ich nach Meinung des Rabbis zum Lesen lernen bereits zu alt war, musste ich mich einfach zu den anderen Kindern mit dazu setzen. Jedes Wort aber, das die Kinder vorlasen, verfolgte ich in der Schriftrolle. Mühelos prägte ich mir jeden Buchstaben ein. Als der Rabbi mein Interesse merkte, gab er mir endlich auch eine Thorarolle, ein Stück Pergament, eine Feder und Tinte. Vier Monate später hatte ich schon die ersten zwei Bücher Mose gelesen. Der Rabbi staunte über mein Talent. Als mein Vater mich abholen kam, wunderte er sich sehr. In unserer Kleinen Stadt sprach sich mein Können schnell herum. Und ein Jahr später – ich war noch keine 13 Jahre alt –stand der Bürgermeister vor unserer Tür und fragte meinen Vater, ob ich Stadtschreiber von Bethlehem werden dürfe.“

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Erstellt am: 22.12.2013 13:03 Uhr

Weihnachtsbotschaft des Präsidenten der Inselregierung

In diesen vorweihnachtlichen Tagen möchte ich mich zum ersten Mal als Präsident der Inselregierung an Sie wenden. Beginnen Sie jeden Tag mit dem mir eigenen Optimismus und der Freude auf die Herausforderungen des Alltags!
Ohne Zweifel liegen zwölf sehr schwere Monate hinter uns. Wir konnten der Krise standhalten und tun alles dafür, sie bald zu überwinden.
Seit der Übernahme meines Amtes vor drei Monaten ist es mein vorrangiges Bestreben, die Arbeitslosenrate zu senken und es den Menschen einfacher zu machen, einen sicheren Arbeitsplatz zu finden. Es ist unsere Aufgabe, dringliche Schritte gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung von Langzeitarbeitslosen zu treffen. Zur Schaffung neuer Arbeitsplätze werden wir alle in unserer Macht stehenden Möglichkeiten ausschöpfen.
Mit dem Arbeitsbeschaffungsplan, der mit beinahe drei Millionen Euro angesetzt ist, und weiteren, schon angelaufenen Maßnahmen, werden im neuen Jahr Arbeitsplätze für mehr als 1.500 Menschen bereitgestellt werden können.
Die Menschen erwarten von uns, die wir in der Verantwortung stehen, weniger zu reden, und mehr zu tun. Neue Hilfsprogramme ins Leben zu rufen und die Wirtschaft anzukurbeln. Den Firmen unter die Arme zu greifen, damit sie ihre Verkaufszahlen steigern können.
All diese Maßnahmen können zum Erfolg führen, wenn wir gemeinsam daran arbeiten. Deshalb möchte ich alle Bürger dazu aufrufen, sich aktiv an der Planung unserer Zukunft zu beteiligen. Das Konzept der neuen Regierung soll auf Offenheit und Transparenz basieren.
In den besinnlichen Tagen der Weihnachtszeit müssen wir alle von diesen guten Vorhaben beflügelt sein. All unser Tun und Denken soll darauf ausgerichtet sein, unser gemeinsames Ziel zu erreichen: Eine bessere Zukunft für die Bürger dieser Insel.
Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest.
Carlos Alonso, Präsident des Cabildo de Tenerife

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Erstellt am: 22.12.2013 12:53 Uhr

Predigt zum 3. Adventssonntag 2013 (15.12.)

L I: Jes 35, 1-6b.10 / Ev.: Mt 11, 2-11
Schwestern und Brüder! „Gaudete – freuet euch“, so ist seit alters her der 3. Adventssonntag überschrieben. Und doch frage ich mich: Warum sollen wir uns freuen? Weil in knapp zehn Tagen Weihnachten ist? Das Evangelium schildert uns ja alles andere als einen Grund zur Freude. Da sitzt Johannes im Gefängnis und kommt ganz gewaltig ins Grübeln. Seine Frage: „Bist du es – oder sollen wir auf einen anderen warten?“, diese Frage klingt bis heute nach – auch als Frage an die Kirche und das Christentum: Ist durch die Kirche, ist durch das Christentum, die Welt wirklich anders oder gar besser geworden? Ist von der Kirche und ist vom Christentum wirklich die Rettung der Welt zu erwarten?
Ich spüre vielfaches Unbehagen, wenn wir heute sagen sollen, was das Christentum tatsächlich bewirkt hat. Nicht, dass man das Gute, das von Jesus ausgegangen und was alles in seinem Namen geschehen ist, nicht schätzen oder es gar übersehen würde; das meine ich nun weiß Gott nicht. Aber was ist das denn verglichen mit all dem Bösen, das nun in dieser Welt doch eher mehr als weniger wird? Und wir wissen ja auch, was von kritischen Zeitgeistern kommt, wenn über dieses Thema gesprochen wird: Dass es im Namen des Christentums zu Kreuzzügen, zu Ketzerverbrennungen und Konfessionskriegen kam; dass das Christentum die Sexualität verteufelt hat und die Lust des Menschen diesbezüglich bis heute anscheinend nicht gut heißen kann; dass die Frauen diffamiert wurden und werden – und auf den Zug der Menschenrechte, der doch eigentlich vom Christentum hätte angeführt werden müssen, da seien wir ja auch erst im Nachhinein aufgesprungen… Wenn man das alles so hört, ist es dann nicht witzlos, sich vom Christentum die entscheidende Hilfe für die Welt zu erwarten?
„Bist du es, der kommen soll – oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Jesus gibt uns im heutigen Evangelium dieselbe Antwort wie er sie gegenüber Johannes damals geäußert hat: „Geht und berichtet, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote werden auferweckt und den Armen eine gute Botschaft gebracht.“ Gleichzeitig sagt er aber auch zu all dem: „Selig, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“ Und warum? Weil er spürt, wie Johannes und wahrscheinlich andere mit ihm – wir heutzutage vielleicht eingeschlossen –, sich das Eingreifen Gottes zur Umgestaltung dieser Welt ganz anders vorgestellt haben als es durch Jesus tatsächlich geschehen ist. Das Gericht Gottes, welches Johannes in seiner Umkehrbotschaft bildlich vor Augen hat, das ist so ganz anders als das, was Jesus sagt und auch Jesus selbst wirkt auf ihn so gar nicht wie der Vollstrecker, als den Johannes den Messias angekündigt hat. Deshalb auch seine bange Frage. Dass da einer Blinden die Augen öffnet und Lahmen auf die Beine hilft, dass Armen eine gute Nachricht gebracht wird – ja um alles in der Welt, dass verändert doch nicht wirklich den Lauf der Dinge – so denkt nicht nur Johannes. Und selbst das mit der Totenerweckung: Flächendeckend, umstürzend, ja weltbewegend war das alles nicht. „Selig, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“ Wer das machtvolle Durchgreifen Gottes von oben erwartet hat, die Beseitigung alles Krummen und Ungeraden, der muss an Jesus und seinem Wirken, und der muss am Wirken der Kirche und noch dazu ihrer Unzulänglichkeiten natürlich Anstoß nehmen. Denn ganz offensichtlich ist Gottes Wirken anders. Er regiert nicht über die Köpfe der Menschen hinweg, sondern er sucht ihr Herz zu gewinnen. Das ist der Weg Jesu und das ist der Weg des Evangeliums. Die Erlösung, die wir quasi im Großen vermissen, die findet im Detail ständig statt. Mikro-Realisation – sagen die Franzosen zum Vorgehen Gottes: Verwirklichung im Kleinen.
Und schlussendlich ist es ja wahr. Um wie viel dunkler wäre es denn in dieser Welt, wenn es das Evangelium nicht geben würde. Wie viele Menschen hat es aufgerichtet, wie vielen Kraft zum Aufstehen und zum Hinstehen gegeben? Wie vielen hat es Trost im Loslassen geschenkt, Befreiung aus Herzensverhärtungen und wie viele hat es auferweckt aus dem Tod der Liebe? Und selbst wenn diese Kirche ihre eigene Botschaft – das frohmachende Evangelium – oft genug verraten hat; es ist trotz allem eben auch die Kirche, ohne die das Evangelium nicht verkündet worden wäre; ohne die Sie und ich wahrscheinlich nichts von dieser Botschaft nie etwas vernommen hätten.
So stehen wir also im Advent. Vielleicht ist er für viele entleert und zu einer bloßen Wartezeit auf Weihnachten hin geworden – einer Wartezeit, die eigentlich keine mehr ist, weil es ja schon wochenlang in den Geschäften und Medien weihnachtlich säuselt und dudelt. Wenn wir aber den Advent ernst nehmen, dann ist er – ich habe das schon am ersten Advent gesagt – weit mehr als nur ein Vorspann auf Weihnachten hin; dann öffnet er uns nämlich die Augen dafür, dass unser ganzes Leben im Advent steht – ja dass unser ganzes Leben ein Leben im Advent ist. Denn die letzte Erfüllung, die werden wir erst am Ziel unseres Lebens finden, wenn die große Vision auf der letzten Seite der Bibel für jede und jeden von uns wahr wird: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde….“
Die Erlösung im Großen steht also noch aus, aber im Detail beginnt sie jeden Tag neu – und zwar überall dort, wo wir Gott in unserem Leben Platz machen. Zum Beispiel, in dem ich hin höre, was der andere mir sagen will und ein Feingespür für den anderen entwickle – und: in dem ich sehe, was Not tut. Wir brauchen unsere Augen vor der Wirklichkeit dieser Welt nicht zu verschließen – rosa Brillen sind endgültig passé! Oder ich mache Gott Platz in meinem Leben, in dem ich auf Kritik achte, ohne gleich zurückzuschießen und zu verurteilen. Oder in dem ich lerne mit meinen Fehlern oder auch meinen Unzulänglichkeiten zu leben; Schwächen gehören zu mir, Fehler darf ich mir eingestehen und durch Schuld, derer ich mir bewusst bin, brauche ich mich nicht zu verachten. Oder in dem ich lerne und zulasse, das Leben und die Menschen zu lieben; dass ich all das, was Gefühle und Gedanken in mir lähmt ablege, weil das Leben in all seinen Facetten auf mich wartet. So kann ich vielleicht auch anfangen, das Stachlige eines Menschen nicht nur unausstehlich, sondern vielleicht sogar sympathisch zu finden. Und: All das, was ich gefühlsmäßig in der Vergangenheit begraben habe, das darf aufstehen zu neuer Hoffnung. So kann ich mich dann auch weiterhin engagiere, selbst wenn kein Dank zurückkommt…. Ja, adventlich leben heißt: Gott gerade in den kleinen Zeichen ankommen zu lassen und auch im Unvollkommenen den Charme Gottes zu erkennen.
Und noch ein Gedanke: Auch an Weihnachten werden wir wieder beten, „Dein Reich komme!“; doch das Fest wird leicht zur Enttäuschung, wenn es von unseren Übererwartungen erdrückt wird. Den Übererwartungen, als müsse da der Himmel so auf die Erde herabkommen, dass sich alles in Wohlgefallen und Harmonie auflöst. Weihnachten aber wird umso wahrer und echter, je mehr es eben eine Station im Advent Ihres und meines Lebens ist; eine Station, die uns von Neuem die Augen öffnet für die Zeichen Gottes mitten in unserem Lebensgedränge. Sicherlich: Manchmal scheinen uns diese Zeichen Gottes allzu klein zu sein und im Blick auf das, was Menschen in dieser Welt oft durchmachen müssen, bleibt der Zweifel stehen, ob die Verheißungen Gottes nicht doch kraftlos und leer sind. Gerade deshalb bleibt dem Glaubenden von heute eben weder die Frage des Johannes: „Bist du der, der kommen soll…?“ erspart, noch die Frage von Maria: „Wie soll das geschehen?“
So gesehen glaube ich sogar, dass die Situation der Kirche und unsere
ganz persönliche in mancher Hinsicht der des Johannes im Gefängnis gleicht. Nur fragen wir eben ein klein wenig anders: Hat Gott das Heft wirklich in der Hand? Können wir seinen Verheißungen trauen? Stehen wir als Christen und als Kirche nicht auf verlorenem Posten in dieser Welt? Sind wir nicht wie gebunden und gefesselt, immer in Beweisnot, wenn wir die Hoffnung hochhalten wollen?
Aber nicht nur persönlich stehen wir im Advent, sondern auch als Kirche. Und vielleicht müssen wir als Kirche wie Johannes lernen: Nicht um unseren Platz in dieser Welt geht es, sondern darum, Gott Platz zu machen. Darum ist es auch so eine Sache mit dem Nachweis, wie wichtig und wertvoll die Kirche, das Christentum, für die Gesellschaft ist. So richtig durchschlagend sind die Argumente nicht; schon gar nicht, wenn sie so formuliert werden, wie es ein Bischof mal getan hat, indem er sagte: „Denken Sie daran, Sie brauchen die Kirche, nicht die Kirche Sie!“ Da war der gute Hirte einfach schief gewickelt. Denn was wäre ein Bischof, eine Kirche, ohne Volk? Deshalb darf sie auch nicht mehr nur von oben herab Vorgaben machen, sondern sie muss wie Jesus geschwisterlich denken und handeln. Nicht auf ihre Unentbehrlichkeit für das Wertebewusstsein darf sie verweisen, sondern sie muss Gottes verborgenes Wirken öffentlich und deutlich machen: „Blinde sehen, Lahme gehen, Gebeugte werden aufgerichtet und den Armen eine frohe Botschaft verkündet.“
Dazu aber bedarf es Menschen, die eine geschwisterliche Kirche bilden, die einander das freie und offene Wort einräumen und die das Evangelium immer wieder neu in diese Zeit übersetzen und leben. Dann – und nur dann – haben wir allen Grund diesen Sonntag zu feiern: „Gaudete – Freuet Euch!“ Amen!

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Erstellt am: 22.12.2013 12:47 Uhr

Der Luxus-Trick von Lidl und anderen Discountern

Ein Exklusiv-Test für FOCUS Online bei Lidl zeigt, dass hinter den Produkten der dortigen Gourmet-Marke „Deluxe“ oft Lebensmittel stecken, die es nebenan im Regal zum Teil um die Hälfte günstiger gibt.
„Weihnachten für die Sinne“ – mit diesem Slogan wirbt der Discounter Lidl zurzeit für seine neue Produktreihe „Deluxe“. Schottischer Räucherlachs, feine Cocktail-Garnelen, edle Salamis, Sahnetorten und viele andere Leckereien zum Fest füllen ganze Feinkost -Abteilungen in den Supermärkten der Kette.
Mit freundlicher Genehmigung vom Autor Jonas Fehling und Focus Online.

Infos unter: http://www.focus.de/finanzen/news/lidl-gourmet-trick-der-discounter-delikates-vom-discounter-diese-produkte-gibt-s-sogar-als-marke-billiger_id_3479214.html

Erstellt am: 22.12.2013 12:36 Uhr